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Plus Size Bademode: 5 Strand-Tipps

"Mit einer Menge Curvy Confidence Richtung Meer!" Bloggerin Jules weiß, wie man kurvig eine gute Figur macht.
 

Niemals wäre es mir in den Sinn gekommen, jemals im Bikini an den Strand zu gehen.


Niemals!

Zu tief sitzen die Tuscheleien und Lachanfälle von damals. Die laserscharfen Blicke der Erwachsenen, die scheinbar nicht ertragen, dass das Mädchen mit rundem Bauch und kräftigen Waden einen Badeanzug trägt.

Wie sehr habe ich mir immer gewünscht, dass mein Handtuch mich für die 3 Meter vom sicheren Strandtuch bis ins kühle Wasser unsichtbar macht. Es half nichts, kein Wünschen und auch kein Betteln.

Was mich dazu verleitet hat, es trotzdem zu tun? Mich diesem breiten Publikum zu stellen. Dem Internet.


Meine Mission für dieses Jahr: #einfachmachen & anderen Frauen Mut machen

Als ich neulich mit meinem besten Freund und Fotografen Sebastian nach Sylt reiste, hatte ich ein Ziel: Reaktionen von fremden Menschen! Ich wollte sie sehen. Alle.

Werden sie meinen Körper, Größe 46, mit ihren Blicken durchbohren, so wie damals? Werden sie tuscheln, mit dem Finger auf mich zeigen und lachen oder werden sie es gar nicht wahrnehmen und sich ganz neutral verhalten oder mir sogar vielleicht ein Lächeln schenken? Und wie wird es sich für mich anfühlen?

Gepackt mit einer Strandtasche voller Sonnenspray, rotem Nagellack, dem schwarzen Bikini mit Fransen und einer Menge Curvy Confidence ging es Richtung Meer.

Sylt hatte an diesem Tag gutes Wetter, auch wenn es unerwartet windig war. Einige Surfer beherrschten im Hintergrund die Wellen. Im Vordergrund hielt sich eher die Zielgruppe Ü50 auf. Sie zogen auf ihrem Weg Richtung Restaurant alle an uns vorbei, während ich mich sicher geschützt hinter einem Strandkorb auf das Shooting vorbereitete.

Sonnenspray? Aufgetragen.
Roter Lippenstift? Sitzt.
Bikini? Auch.
Kamera? Eingestellt.

Ok. Es kann losgehen!

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Was wird wohl in den nächsten Minuten und Stunden hier passieren? Die Nervosität kitzelte wie feiner Sand.

Ich ließ mein 1,40-m-Handtuch, das ich um mich gewickelt hatte, fallen. Ich war nackt. Zumindest für meine Verhältnisse. Und es war doch kälter als gedacht.

Und da waren sie. Die Reaktionen. Die Leute schauten, blieben stehen, redeten und lächelten. Vielleicht auch, weil es doch noch 5 Grad zu kalt war, um einen Bikini zu tragen. Jedenfalls blieb mein Einsatz am Strand definitiv nicht unbeachtet. Ein Mädchen, in meinem Alter, konnte ihren Blick für Minuten nicht abwenden. Zusammen mit ihrem Freund und ihrem Hund starrten sie mich an und redeten offensichtlich über mich. Nach einigen Augenblicken winkte ich zu ihnen hinüber. Dann verschwanden sie. Mich hätte zu gern interessiert, was sie dachten.

Zurück zu den Spotlights, dem roten Teppich und dem nicht enden wollenden Applaus.

Tief in mir.

Die Blicke waren entschärft. Das Getuschel traf mich nicht mehr. Weil ich jetzt weiß, dass ich selbstbewusst genug bin. Mich kann keiner mehr so schnell verunsichern, nicht einmal, wenn ich nackt (ok, fast nackt) bin. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Julia am Strand
Julia am Strand 

Die harte Arbeit, ein Bewusstsein aufzubauen, es zu stärken und zu lernen, sich zu lieben, hat sich in diesem Moment ausgezahlt. Ich habe das Ende des Regenbogens gefunden. Meinen persönlichen Pot of Gold.

Ich kann euch nur eins sagen: Es sind nicht die Meinungen der anderen, die über unser Wohlbefinden entscheiden. Es sind der eigene Kopf und die rotierenden Teufelskreise, die einem sagen, dass man noch etwas verbessern sollte, bevor man dieses oder jenes tut.

Was ich in den letzten Jahren gelernt habe: Es ist egal, wie hell oder dunkel man ist. Wie kurvig oder schlank. Ob man Cellulite hat oder Dehnungsstreifen. Man sollte sich mit seinem Körper anfreunden, denn man hat nur diesen einen. Und wenn man wirklich super unzufrieden ist, gibt es immer noch eine Möglichkeit, daran zu arbeiten. Von innen und von außen!

Und sollte es euch doch einmal verunsichern, dass Leute lachen: Lächelt zurück. Denn ihr (Toleranz-) Horizont geht vermutlich nicht weiter als vom Strand bis zu den Dünen.


5 Tipps für eure "Curvy Confidence" am Strand

Um euch innerlich wohl zu fühlen, ist auch ein gepflegtes Äußeres immer hilfreich. Deshalb gibt es jetzt noch 5 Tipps von mir zum Thema Curvy Beachwear, damit ihr auch am Strand eine richtig gute Figur macht, egal welche Größe ihr tragt!


1. Shape something new.

Bikinis sind nur etwas für Mädels mit schlanker Taille und dünnen Beinen? Falsch gedacht! Setze deine Figur mit einem hübschen Two-Piece in Szene und werde zur atemberaubenden Strandschönheit.


2. Suits me too.

Oder lieber doch der klassische Badeanzug? Auch kein Problem. Dieses Jahr gibt es viele Modelle in vielen verschiedenen Designs, wie zum Beispiel mit afrikanischen Mustern, im Ethno-Look oder in Baywatch-Rot.


3. Cup Matters.

Wie beim BH sollte man auch darauf achten, dass Cupgröße und Unterbrustumfang beim Bikini, Monokini oder auch beim einfachen Swimsuit perfekt sitzen. Damit der Sprung ins Wasser nicht zur kalten Überraschung wird.


4. Hide and Win.

Eine kühle Brise am See wird zum Hingucker-Moment! Strandtuch, ein leichter Overall oder die Seiden-Tunika haben jetzt ihren Auftritt.


5. Carry it All.

Sonnenstrahlen lösen Endorphine aus und schöne Taschen ein unendliches Glücksgefühl. Am besten noch perfekt abgestimmt auf Beachwear, Nagellack und Lipgloss, und der Look ist perfekt!


Und jetzt auf, auf mit euch ins Meer!

Eure Jules