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Wie finde ich die perfekten Bergschuhe?

Profi-Bergsteiger und Extrem-Kletterer Stefan Glowacz hat die richtigen Tipps

Stefan Glowacz beim Zelten im Gebirge
Stefan Glowacz beim Klettern an einer Steilwand

Tipps von Alpinist Stefan Glowacz

Stefan Glowacz im Portrait

Ich konnte noch nicht richtig laufen, da nahmen mich meine Eltern bereits mit in die Berge. Sie vermittelten mir die Leidenschaft fürs Bergsteigen, welches mein Leben maßgeblich geprägt hat. 1985 - mit dem Gewinn des ersten Kletterwettkampfs - wurde ich Profikletterer. Bis 1993 nahm ich an weitere Wettkämpfe teil, gewann drei Mal den Rock Master und den olympischen Demonstrationswettkampf. Heutzutage unternehme ich Expeditionen in die entlegensten Regionen der Erde.

© Klaus Fengler | Marcel Hartmann

Der Berg ruft!

Flaches Gelände

Flaches Gelände

Für Wanderungen im flachen Gelände empfehle ich einen Halbschuh mit niedrigem Schaft, da so der Abrollwiderstand geringer ist. Ich persönlich verwende nur Walkingschuhe mit einer Vibramsohle und Gore-Tex Membran. Sie gewährleistet ein angenehmes Fußklima und hält den Fuß selbst bei Regen trocken. Der Schuh darf nicht zu viel Luft im Fersenbereich aufweisen und sollte generell gut sitzen, um Blasenbildung zu vermeiden. Ich verwende zusätzlich immer einen Kompressionsstrumpf, der eng anliegt und somit die Ermüdung reduziert.

Walkingschuhe

Hügel & Mittelgebirge

Hügel und Mittelgebirgslandschaft

Ein guter Hikingschuh sollte aus stabilem, wasserabweisenden Schaftmaterial gefertigt sein, der den Fuß im Schuh fixiert - entweder aus Leder oder Cordura-Material. Eine Gore-Tex Variante ist auch hier ratsam, allein schon wegen des Fußklimas. Das wichtigste Kriterium ist natürlich die Sohle. Ich empfehle dringend eine Gummisohle mit tiefem Profil, da diese selbst auf nassem und felsigen Untergrund eine gute Reibung aufweist. Ein Qualitätssiegel ist auch hier eine Vibramsohle, die man am gelben Rauten-Logo erkennt.

Hikingschuhe

Berge & Hochgebirge

Berge und Hochgebirgslandschaft

Sobald es in die Berge geht, werden auch die Anforderungen an den Schuh größer, denn es muss mit unwegsamem Gelände und Schneeresten gerechnet werden. Daher empfehle ich einen Trekkingschuh, der über den Knöchel reicht und am Gelenk Tiefzugösen aufweist, um so ein Umknicken zu vermeiden. Darüber hinaus ist der Sohlenaufbau entscheidend: Ein Trekkingschuh sollte mit einer mittelharten Zwischensohle ausgerüstet sein, die die Fußmuskulatur beim Bergauflaufen unterstützt. Eine gute Fersendämpfung ist wiederum für den Abstieg wichtig.

Trekkingschuhe

Steile, felsige und Gletscher-Regionen

Eis und Gletscherregionen

Ein Bergstiefel für das hochalpine Gelände muss in jedem Fall steigeisentauglich sein, d.h. er hat eine steife Sohle mit entsprechenden Einkerbungen im Zehen- und vor allem im Fersenbereich, um ein Kipphebelsteigeisen montieren zu können. Da ein Bergschuh entsprechend isoliert ist, wird der Schaft in mehreren Schichten aufgebaut. Das ist enorm wichtig, da es bei längeren Gletscherwanderungen empfindlich kalt werden kann. Achtet auf eine kleine Gamasche am oberen Schaftende: Sie ist angenehm, wenn ihr durch tieferen Schnee laufen müsst.

Bergstiefel

8 Tipps für den perfekten Bergschuh

von Stefan Glowacz

1. Wählt den richtigen Schuh für eure Tour. Es gibt auf dem Markt die verschiedensten Berg- und Wanderschuhe: vom 8000er Expeditionsbergschuh bis zum leichten Wanderschuh! Dafür müsst ihr euch genau über das Anforderungsprofil eurer Route informieren und die richtige Schuhkategorie auswählen.


2. Egal welchen Schuh ihr ausgewählt habt, probiert ihn vorher aus und lauft ihn richtig ein. Unabhängig davon ob ihr einen Wander- oder Expeditionsbergschuh kauft - jeder Schuh nimmt letztendlich die individuelle Fußform des Trägers an! Damit vermeidet ihr unangenehme Blasenbildung vor allem an den Fersen.


3. Leder oder Textil ist immer eine entscheidende Frage. Schuhe aus Textil sind in der Regel leichter und flexibler, aber natürlich auch nicht so robust und stabil wie ein Lederschuh. Ich persönlich empfehle für leichte Wanderungen auf befestigten Wanderwegen einen Schuh aus Textilmaterial. Je unwegsamer das Gelände wird, desto ratsamer ist ein Lederschuh, der nicht so verschleißanfällig gegen spitze Steine oder Geröll ist. Bergschuhe für den hochalpinen Bereich sind meistens ein Mix aus Textil und Leder, um das Gewicht zu reduzieren und um in bestimmten Bereichen des Stiefels eine höhere Flexibilität zu erzielen.


4. Generell empfehle ich eine Gore-Tex Membran, die bei Nässe den Fuß trocken hält und das Fußklima erheblich verbessert. Bei hochwertigen Bergschuhen ist die Gore-Tex Membran mittlerweile Standard.


5. Die richtigen Socken sind entscheidend. Wählt in jedem Fall einen hochwertigen Wandersocken! Er sollte eng anliegen und ja keine Scheuerstellen verursachen. Ich persönlich schwöre auf Kompressionssocken von CEP - egal ob ich nur leichtere Wanderungen unternehme oder zu einer Expedition nach Baffin Island aufbreche.


6. Wenn der Schuh doch einmal nass geworden ist, dann stopft ihn mit Zeitungspapier aus. Das ist eine altbewährte und immer noch gute Methode, um den Schuh schnell wieder trocken zu bekommen.


7. Textilschuhe sind in der Regel pflegeleicht. Ihr könnt sie unter dem Wasserhahn mit warmen Wasser säubern. Ein Lederschuh hingegen bedarf mehr Pflege. Es gibt spezielle wasserabweisende Schuhcremes, die das Leder pflegen und gleichzeitig imprägnieren. So macht ihr euren Schuh gleich wieder fit für den nächsten Einsatz.


8. Überprüft vor jeder Tour euer Material und vor allem eure Schuhe. Haben sie noch genug Profil auf der Sohle, besonders im Zehenbereich? Schaut auf jeden Fall nach, ob sich die Sohle irgendwo ablöst, denn eine Sohlenablösung kann während einer anspruchsvollen Tour unangenehme Folgen haben. Sollte dies der Fall sein, könnt ihr kleinere Ablösungen schnell mit dem Sekundenkleber wieder beheben.