Style Check

Karen Langleys Stil-Einmaleins

Beyoncé und Kristen Stewart haben sich von ihr schon Stiltipps geholt. Wir trafen die Londoner Top-Stylistin Karen Langley in Los Angeles und fragten nach, wie man seine persönliche „Uniform“ findet.
 

Wenn sich Karen Langley einer Kleiderstange nähert, passiert meist etwas Unerwartetes. Die „Dazed & Confused“-Redakteurin, Kreativdirektorin von Beyoncés Activewear-Linie Ivy Park und Stylistin für Kunden von Stella McCartney bis Topshop hat ohne Zweifel ein Händchen für außergewöhnliche Outfits. Ob Beyoncé in Discokugel-inspirierter Hose oder Snoop Dogg in Rasta-verzierten Boxerklamotten: Die Londonerin schafft es, mittels Kleidung eine Geschichte zu erzählen und darin Persönlichkeit und Fantasie zu vereinen. Diese Fähigkeit hat sie zu einer der gefragtesten Stylistinnen auf diesem Planeten gemacht. Uns verriet sie am Set der neuen Zalando Kampagne in Los Angeles, wie jeder dieses untrügliche Stilgespür auf seinen Look übertragen kann.

Karen, wie entwickelt man eigentlich seinen eigenen Stil?

Man sollte darauf achten, worin man sich selbstbewusst fühlt. Komfort ist auch super wichtig. Nichts ist schlimmer, als eine Frau in High Heels zu sehen, die ihr offensichtlich weh tun. Das ist weder sexy noch elegant. Kein Grund also, sich selbst zu bestrafen. Denn man sieht es einem an.

Und wie kann man seinen Look noch besser machen?


Von Teilen, die einem selbst oder zum eigenen Stil nicht mehr passen, darf man sich getrost trennen. Auch wenn es die tollsten Stücke auf der Welt sind! Man muss sich selbst treu bleiben und dem eigenen Instinkt mehr vertrauen als der Meinung anderer. Auch Designer-Looks von Kopf bis Fuß sind längst passé. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, sich individuell anzuziehen. Lieber also auf Stücke setzen, die man wirklich schätzt, die Lieblingsjeans zum Beispiel. Daraus wird dann die persönliche „Uniform“ oder das individuelle Markenzeichen.
Jeder kann tragen, was er will, wie er will. Konventionen zu brechen, ermöglicht Freiheit und Kreativität

Wie drückt man Individualität durch das Prinzip „Remix Fashion“ aus?

Alles dreht sich um das Neuinterpretieren: Sportswear mit Designer-Teilen zu mixen etwa. Traditionelle Dresscodes über den Haufen zu werfen, denn diese Regeln gelten nicht mehr. Jeder kann tragen, was er will, wie er will. Konventionen zu brechen, ermöglicht Freiheit und Kreativität. Die Grenzen verwischen – man kann Sneakers zum Abendkleid tragen, ebenso High Heels zu Jeans. Du kannst etwas Elegantes zu einem Hoodie kombinieren. Mode ist heute so demokratisch wie nie zuvor.

Was ist der beste Weg, dieses Stilprinzip anzuwenden?

Zunächst sollte man seinen eigenen Look definieren, sich fragen: Was ist mein persönlicher Style? Dann sucht man sich die Teile, die diesen ergänzen, statt blind irgendwelchen Trends zu folgen.

Und was ist mit denen, die nicht der Meinung sind, dass sie guten Stil haben?

Die haben wahrscheinlich zu oft auf andere gehört. Wenn man das ausblendet und sich darauf konzentriert, wann oder worin man sich richtig gut fühlt, kann das gar nicht passieren.

Welchen Look magst du persönlich gerade am meisten?

Ich liebe diese elegant interpretierten Tracksuits, die wir gerade auch für die Kampagne fotografiert haben. Ein Klassiker, dem man mit einem schicken Top oder fancy Heels einen neuen Twist verpassen kann.

Karen Langleys Favoriten