Trend Report

Style Clash

Die Mode befindet sich auf Konfrontationskurs – und eröffnet mit einer neuen Definition von „Mix & Match“ ungeahnte Styling-Möglichkeiten. So werden selbst Musterschüler zum Rule Breaker:
 

Stilmix war gestern. Heute wird beherzt kombiniert, experimentiert und geclasht. Muster und Silhouetten, die unvereinbar scheinen, ergeben plötzlich neue Power Couples. Denn wie heißt es doch so schön: Gegensätze ziehen (sich) an. Das etwa zeigen sportliche Logo-Sweater über verspielt gemusterten Blusen zu locker sitzenden Jeans. Oder feminine Blumenkleider zu Bomberjacke und derben Boots. Oder auch vielschichtiges Layering, das Proportionen neu definiert. Alles in allem kein Look für Mauerblümchen – hier ist Selbstbewusstsein gefragt.

Kontrastprogramm auf dem Catwalk

Vorreiter des eklektischen „Geht nicht, gibt’s nicht“-Styles war erneut Demna Gvasalia, der kreative Kopf hinter Labels wie Vetements und Balenciaga. Er setzte die Messlatte für modischen Wagemut hoch an und zeigte floral gemusterte Kleider zu gestreiften Leggings oder übergroße Funktionsjacken zu Pumps mit funkelndem Steinbesatz. Gucci-Designer Alessandro Michele toppt den unerschrockenen Mix aus verschiedenen Stilen und Mustern mit jeder Kollektion aufs Neue, seien es Sportsocken zu Brokatmänteln oder Karos zu Zickzack-Motiven und Punkten. Konventionen werden großzügig ignoriert, Grenzen gedehnt, Tabus gebrochen – Mode wird zur Spielwiese und reflektiert die erweiterten kulturellen Perspektiven unseres globalen Zeitalters.

Mix it, Baby!

Ok, bedeutet das jetzt, wir können uns von nun an quasi im Dunkeln anziehen und wahllos in den Kleiderschrank greifen? Nicht ganz. Die Feinheiten sorgen dafür, dass man sich mit dem Mix&Match-Prinzip auf der Straße nicht zum Clown macht. Wer etwa auf die Print-Offensive von Kopf bis Fuß setzt, sollte darauf achten, dass die Motive unterschiedlich groß sind und farblich harmonieren. Wer mit Proportionen spielt und dazu mehrere Lagen oder übertriebene Silhouetten kombiniert, stellt zum Beispiel mit hervorblitzenden Knöcheln sicher, optisch nicht in dem voluminösen Look zu „versacken“. Apropos Volumen: Bei Schuhen und Accessoires darf mit Plateausohlen sowie Taschen und Ohrringen im XL-Format ruhig ein wenig Größenwahn zu spüren sein. No risk, no fun!

Die Looks zum Trend