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Wer braucht noch die „Vogue“?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Relaunches läuft eine hitzige Debatte: Wie viel Einfluss hat die „Modebibel“ heute noch?
© Steven Meisel / picture alliance / abaca
© Steven Meisel / picture alliance / abaca 

In Italien erschien gerade die erste „Vogue“ im neuen Look. In London stellt der künftige Chefredakteur Edward Enninful sein Team zusammen – auch Naomi Campbell ist dabei. In diese Aufbruchsstimmung platzte nun die von ihm geschasste Modechefin Lucinda Chambers mit einer Generalabrechnung: Die „Vogue“ zeige völlig überteuerte Sachen, die für die meisten Menschen irrelevant seien, lautet einer ihrer gegenüber der Branchenplattform „Vestoj“ geäußerten Kritikpunkte. Persönlicher Frust – oder doch mehr?

Die britische Tageszeitung „The Guardian“ legte nun eine lesenswerte Analyse dieser Thematik vor. Einige Kernaussagen: „Durch Social Media hat jeder Konsument eine Stimme. Die Modewelt ist demokratischer. Die eine ‚Bibel‘ gibt es nicht mehr“, sagt Frances Corner vom London College of Fashion. „Früher diktierten Magazine und Labels, was wir kaufen sollen, heute stellen die Kunden Forderungen“, meint Imran Amed („Business of Fashion“). Also bye bye „Vogue“? Nein, Magazine müssten sich nur breiter aufstellen. Die Menschen liebten nach wie vor das haptische Blättern.