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Baby, it’s bold outside

„BOLD“ – so lautet das Motto der diesjährigen Bread & Butter. Und alle direkt so „YASSS!“. Like, like, like. Aber was heißt das eigentlich? Was bedeutet „bold“ zu sein?

Mein Übersetzer des Herzens, Mister Leo, spuckt sehr viele Erklärungen für „bold“ aus. Er sagt, wer bold ist, sei: kühn, keck, mutig, schwungvoll, dreist, frech, gewagt, klobig, verwegen, wagemutig und fettgedruckt. Oh ja, das wollen wir doch alle irgendwie sein: schwungvoll und fettgedruckt. Hört sich aufregend an. Sodass es knallt und in Erinnerung bleibt. Dass es jeder sieht und auch jeder weiß: meine Meinung, mein Look, mein Leben. Meine Lebensmittelunverträglichkeiten, meine Herkunft und meine Follower-Zahlen – all das ist wichtig und interessant. Wir wollen anecken und anders sein. Und das knallen wir uns alle gegenseitig um die Ohren, durch Soziale Medien und im echten Leben. In einem Wettlauf. Wo ich mich doch aber immer frage: Wenn wir alle anders sind, sind wir dann nicht alle gleich?

© Lucas Hîllm Åller
© Lucas Hîllm Åller 
Wir wollen anecken und anders sein. Und das knallen wir uns alle gegenseitig um die Ohren

Wenn wir gerade alle diesen pinken Faux Fur wollen, en masse Avocados essen, mit dem Wissen, dass wir das lieber mal lassen sollten: Wir wissen, dass wir längst der Mainstream sind, welchen wir gekonnt als urbane Coolness verkaufen. Aber wisst ihr was? Das ist total egal! Seid bold, seid stolz, seid ihr selbst.

Bei aller Gemeinsamkeit: individuell

Wer bold ist, traut sich. Und zwar auf seine eigene Art und Weise. Auf seinem eigenen Level. Der eine demonstriert friedlich gegen Menschen mit zu viel Macht und zu wenig Hirn. Jemand anderes rasiert sich die Haare ab. Der eine läuft strikt barfuß durchs Leben und ein anderer trägt ausschließlich Rot.

Bold sein heißt, seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn das der Weg vieler anderer ist. Der Mittelpunkt bist du selbst. Trag zum femininen Seidenkleid derbe Boots, zum Anzug Sneaker und Shirt. Und wenn du Bock hast, dann lass das Oberteil einfach mal ganz weg. Trag Pussyhats, verzichte auf Plastik, mach deine Steuererklärung selbst. Ein Look, der bold ist, knallt. So wie ein Blazer in Knallpink und eine Hose, deren Schlag so groß ist, dass man sich fast überschlägt.

Bold sein ist eine Laune, ein Sinnbild für Charakter und Individualität. Es ist egal, ob du groß, klein, schwul, schwarz, weiß, dick, dünn oder Legastheniker bist. Du bist du und wenn du das verstehst und feierst, dann bist du bold. Dann bist du stolz und gibst die Message weiter.

© Lucas Hîllm Åller
© Lucas Hîllm Åller 
Bold sein heißt, seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn das der Weg vieler anderer ist

Bold ist powerful: die B&&B

Und darum wählt die Bread & Butter dieses Thema als Leitmotto. Glaube ich zumindest. Weil es inspirierend ist. Weil man davon lernt. Weil es neugierig macht. Weil es powerful ist. Und das macht die Bread & Butter aus. Das ist der Grund, warum wir da hingehen. Weil jeder in der Frontrow sitzen kann. Weil Vivienne Westwood dir sagt, „Kauf weniger ein!“, obwohl Konsumgott Zalando dahintersteckt. Mach was du willst. Du musst es nur selbst entscheiden.