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Danish Dynamite

Dass die Dänen bei mir einen besonderen Platz im Herzen haben, liegt nicht nur an meinem Mann. Ob Mode, Design oder Lebensgefühl: Darum ist Kopenhagen die Hauptstadt des Scandi Styles.

Spätestens seit Alicia Vikander, dem Billy-Regal und By Malene Birger ist klar: Skandinavien ist ziemlich cool. Unverkennbar. Nicht unbedingt laut, aber mit maximaler Wirkung. Vom typisch minimalistischen Design bis hin zur Food-Bewegung, bei der es total avantgarde war, Baumrinde zu essen – die nordeuropäischen Länder haben zweifellos ein Talent dafür, Trends zu setzen, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Die Mode bildet dabei sicherlich keine Ausnahme. Bekannt für seinen unvergleichlichen Sinn für Stil, entstehen vor allem in Dänemark die gefragtesten Designerstücke. Und die Rede ist hier nicht unbedingt nur von BoConcept.

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Street Style Kopenhagen / © Getty Images 
Topgestylt, aber mühelos: Man glaubt den Locals, dass sie genauso aus dem Bett und direkt auf das Fahrrad gerollt sind

Aktuell blicke ich mit Spannung auf die Fashion Week in Kopenhagen: Hier werden die Laufstegschauen von Baum und Pferdegarten bis Ganni fast zur Nebensache. Denn um es mit den Worten des verstorbenen New-York-Times-Fotografen und Street-Style-Pioniers Bill Cunningham zu sagen: Die beste Modenschau findet immer noch auf der Straße statt. Und in der dänischen Hauptstadt, so wirkt es, hat man das längst perfektioniert. Im Gegensatz zu Paris oder Mailand wirkt hier alles super unkompliziert. Topgestylt, aber mühelos: Man glaubt den Locals, dass sie genauso aus dem Bett und direkt auf das Fahrrad gerollt sind.

Kühner Minimalismus von Wood Wood bis Astrid Andersen

Verantwortlich für den so einzigartigen Style Kopenhagens ist sicherlich der unprätentiöse Mix aus dänischem Minimalismus und klassischer Easy-to-wear. Und das lässt sich dank vieler Contemporary Brands auch bei uns umsetzen. An Wood Wood kommt man in diesem Fall nicht vorbei. 2002 von Karl-Oskar Olsen und Brian SS Jensen gegründet, ist das Label stark inspiriert von der Street Culture der 90er Jahre und hat mit seiner kühnen Streetwear den Scandi Style maßgeblich mitgeprägt. Andere Brands, etwa Astrid Andersen, zeigen daneben ebenso beispiellos, wie man den Spagat aus High Fashion und Streetwear schafft.

Kurz-Trip Kopenhagen: Das sind die Hot Spots

Wo sich die Mode-Insider nicht nur zur Fashion Week herumtreiben? Vesterbro and Nørrebro! Beide Viertel begeistern mit ihrem unvergleichlichen Charme – ob ehemaliges Rotlicht- und Drogenmilieu oder moderner Szene-Kiez. Das zwielichtige Flair ist immer noch spürbar – zwischen den vielen hippen Weinbars und Restaurants mit Michelin-Sternen erinnern verbliebene Vintage Sex Shops daran. Und vielleicht ist es genau dieser Gegensatz, diese Vergangenheit, die die Stadt und ihren Style so anziehend macht. Auch für die Filmindustrie: Immerhin war Vesterbro Kulisse für Nicolas Winding Refns Film „Pusher“, in dem der in Kopenhagen geborene Mads Mikkelsen seinen ersten großen Kinoauftritt hatte.
Wer nach einer Übernachtungsmöglichkeit sucht, steigt am besten im Axel Guldsmeden Hotel ab. In dem Design-Hotel trifft man immer aufregende Leute und schicke Locals. Ein anderer Hotspot ist die Weinbar Falernum in Frederiksberg, wo man in gemütlicher Atmosphäre seinen Pinot Noir und das Lebensgefühl Kopenhagens genießen kann. Und alle Nachtschwärmer ziehen am besten ins Meatpacking District in Vesterbro. Mit seinen vielen Bars und Restaurants steppt hier abends immer der Bär. Ob bei Locals oder bei Touristen. Eben typisch Scandi Style.