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Entspannt zum individuellen Style Mix

In der Mode ist heute eigentlich alles erlaubt – solange man sich darin wohlfühlt. Deswegen plädiere ich dafür, alles auszuprobieren: Streetwear mit High Fashion, sportlich mit spießig.

Als Studentin ist man ja bekanntlich dauerpleite. Das war bei mir nicht anders, weshalb ich mir damals in einer Galerie ein paar Pennys dazuverdiente. Und weil das nicht schon hart genug war, wurde ich auch noch tagtäglich mit den durchgestylten Designer-Outfits meiner Chefin konfrontiert. Aber Not macht ja erfinderisch. Statt also den Kopf in den Sand zu stecken, versuchte ich es ihr einfach nachzumachen – mit Schnäppchen und coolen Second-Hand-Funden. Mein damaliges Ziel: mich irgendwann einmal in genauso edlen Issey Miyake und Comme-des-Garçons-Ensembles kleiden zu können.

Mit der Zeit lernte ich jedoch, dass Designer-Outfits nicht alles sind und dass das Label für den Look nur schöne Nebensache ist – das war nicht nur gut für meinen Kontostand, sondern auch für mein Gewissen. Viel wichtiger ist nämlich, seinen eigenen Mix zu finden.

Street Style Oslo / © Getty Images
Street Style Oslo / © Getty Images 
Erstmal entspannen – dann kommt der individuelle Style Mix wie von selbst

Die Mix-Ikonen

Kate Middleton und Michelle Obama schaffen den Spagat aus High Fashion und erschwinglichen Trendteilen mit Bravour – und Millionen Frauen weltweit eifern ihnen nach. Neben den beiden zeigen auch britische Stilmusen wie Kate Moss, Sienna Miller und Cara Delevingne, wie man seine Garderobe noch so „aufmischen“ kann. Da werden nicht nur Designer- mit Fast-Fashion-Pieces kombiniert, sondern auch Streetwear und Loungewear spielen eine große Rolle. Zum Beispiel wird eben gern mal das Bandshirt zur maßgeschneiderten Culotte getragen oder die Sweatpants zum strengen Blazer. Dann noch die Sonnenbrille vom Strandverkäufer in Thailand und die Luxustasche dazu und der Remix Look steht.

Der Trend zum High-Low-Remix kommt dabei nicht von ungefähr: Früher holte man sich Inspirationen von Laufstegen und Celebrities in Designer-Outfits – heute orientieren sich die großen Modehäuser an Instagram Posts und Street Style Trends. Die digitale Welt hat also nicht nur die Abläufe der Modeindustrie auf den Kopf gestellt, sondern auch die Grenze zwischen High Fashion und Streetwear, Designer und High Street verwischt.

Das Styling-Motto: Immer schön locker bleiben!

Zum Logo-Sweater werden nun also lieber Vans und weite Tracksuit Pants getragen statt eine Modemarke von Kopf bis Fuß durchzuziehen. Noch dazu schwingen mit dem Remix-Trend die fetten Vibes der 1990er Hip Hop Kultur mit. Bestes Beispiel dafür ist wohl der Street Style aus Oslo. Denn wenn Luxus-Accessoires wie eine Designer Bag auf einen knallroten Tracksuit und eine schwarze Bomberjacke treffen, denke ich zumindest automatisch an LL Cool J, Puff Daddy und Co.

Also, wir investieren von nun an nicht mehr in Komplett-Looks einer Brand, sondern schaffen die Balance aus teuer und preiswert durch eine coole Mischung einzigartiger Teile. Mein Tipp für die ersten Versuche mit dem High-Low-Remix: Erstmal mit einer Zweierkombi starten. Also zum Brunch das Ausgehkleid vom Lieblingsdesigner mit der neuen Patched-Jeansjacke auf den Boden der Tatsachen holen oder im Büro zur Bundfaltenhose einen Hoodie tragen. Mein Motto? Erstmal entspannen – dann kommt der individuelle Style Mix wie von selbst.