True Originals

New Face: Cara Taylor

Das Nachwuchsmodel ist auf dem Weg nach ganz oben. In Barcelona sprachen wir mit ihr über Heimat, ihre Liebe zu Mais und warum Modeln nicht alles ist
 

Die Sonne drückt auf die belebten Straßen Barcelonas. Autos hupen auf, Taxis weichen Fahrradfahrern aus und Touristen bestaunen die Bauwerke Antoní Gaudis. Inmitten des Treibens posiert Model Cara Taylor. Von allem unbeeindruckt. Hochkonzentriert.

Die junge Amerikanerin modelt zwar erst seit neun Monaten, doch wirkt sie bereits wie ein alter Hase. Mit straightem Gang bahnt sie sich ihren Weg durch die Menschenmenge. Auf einem freien Fleckchen Bürgersteig blickt sie direkt in die Kamera. Ihr Look: moderne Workwear, die nicht nur im Büro etwas hermacht. In dem weißen Sommerkleid, gelben Pumps und einem roten Pullover wirkt das Model wie eine junge Lauren Bacall. Es ist Neuland für das athletische Südstaaten-Girl, die sich in Shorts und T-Shirt weitaus wohler fühlt und am liebsten mit Freunden abhängt, Bands wie Pearl Jam und Nirvana hört und dabei Mais isst. „Ich liebe Mais. Gelber Mais, am Kolben, einzeln, jede Geschmacksrichtung.“

Cara ist eben ein Mädchen von nebenan. Das liegt an ihrer Herkunft. Ihre Mutter ist Amerikanerin, ihr Vater Brite. Aufgewachsen ist Cara in Alabama, spielte Volleyball in der High School und war sogar im Läuferteam der Schule. In ihrer Freizeit ging es in den Monte Sano State Park zum Camping und Wandern. „Ich bin mit der Natur groß geworden. Da muss ich mir um nichts Gedanken machen. Es ist ein Platz zum Chillen“, verrät sie über ihr Zuhause und gesteht: „Mir war nicht bewusst, wie sehr mir meine Heimat fehlen würde.“

 
 

Cara wollte eigentlich nicht Model sein. Das geschah eher zufällig, als eine Freundin ein Foto von ihr auf Instagram postete. „Meine Agentur hat das gesehen, mich angeschrieben und gefragt, ob ich am Modeln interessiert wäre. Ich sagte ,Yeah’ und eine Woche später nahmen sie mich unter Vertrag.“ Den Traum, als Meeresbiologin irgendwann die Tiefen der Ozeane zu erforschen, hat sie dafür erst mal hintenangestellt.

Denn Caras ausdrucksstarkes Gesicht verhalf ihr schnell, gefragte Branchenjobs zu ergattern. Sie debütierte etwa auf dem Laufsteg von Alexander Wang und kann mittlerweile Schauen für Dior, Rag & Bone, Karl Lagerfeld und Prada zu ihrem Portfolio zählen. Bei letzterem musste sie sich übrigens von ihrer langen Mähne verabschieden. Ein Blunt Bob passe viel besser zur ihrer „Knochenstruktur.“

 
 

An diesem sonnigen Apriltag in Barcelona, bekommen wir aus erster Hand ihre Professionalität zu spüren: Sie posiert mit Selbstvertrauen, schreitet zielbewusst durch die vollen Boulevards, ein Take nach dem anderen, wieder und wieder. Das Team arbeitet fieberhaft, und stellt sicher, dass Licht und Hintergrund stimmen. Während der stundenlangen Produktion beschwert sich Cara kein einziges Mal, gibt stets 100 Prozent. Immer in ihrer Nähe – Mutter Sandy. Sie beobachtet das Shooting mit Adleraugen und reist mit ihrer Tochter zu jeder Produktion und zu jeder Show. Ob Cara das nervig findet?

„Meine Mutter achtet auf alles. Wenn sie sich bei einigen Leuten nicht sicher ist, lässt sie mich höchstwahrscheinlich nicht mit ihren arbeiten und das verstehe ich. Sie ist meine Mutter und möchte mich beschützen. Doch manchmal möchte ich einige Dinge auch alleine machen.“

 
Wenn ich weiterhin Jobs bekomme, model ich weiter. Aber wenn das nicht der Fall ist, mach ich es nicht. Dazu vermisse ich mein Leben in Alabama zu sehr

Was ihr am Modeln gut gefällt, ist Idole zu treffen. Drew Barrymore etwa. Die Schauspielerin hat Cara backstage bei der Frühjahr-/Sommerschau 2017 von Coach getroffen und war sofort fasziniert von ihr. Wie das von Barrymore ist auch Caras Lächeln ansteckend. Auf die Frage, ob sie sich das Modeln längerfristig vorstellen kann, wird sie jedoch ganz ernst und sagt nachdenklich. „Wenn ich weiterhin Jobs bekomme, model ich weiter. Aber wenn das nicht der Fall ist, mach ich es nicht. Dazu vermisse ich mein Leben in Alabama zu sehr.“

Die Lieblingsfragen:

Lieblings-Modemetropole?

Paris.

Lieblings-Designer?

Alexander Wang.

Lieblings-Bands?

Pearl Jam, Blind Melon, Nirvana.

Lieblings-Chris: Pine, Pratt, Hemsworth oder Evans?

Chris Pratt. Er ist der Beste.

Fünf Lieblingsteile für die einsame Insel?

Mais, Hängematte, grenzenloses Essen, eine Decke und mein Handy.