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Young Hollywood: Isabelle Fuhrman

Ihr Name mag hierzulande noch nicht so bekannt sein – merken sollte man ihn sich trotzdem. Isabelle Fuhrman ist, was man in Hollywood gern als „next big thing“ bezeichnet. Wir haben sie getroffen.

Isabelle Fuhrman nippt an ihrem Matcha-Tee und checkt nebenbei das Smartphone, als ich im Sketch ankomme. Der schnieke Tee-Salon in Londons Szenebezirk Mayfair ist begehrter Hotspot. Da gibt es den Pink Room, der durch und durch in Mädchenrosa getaucht und von David Shrigley designt ist, oder die Lounge, bei der man unweigerlich an Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ denken muss. Es steht außer Frage, warum das Sketch zu den Lieblings-Locations von Isabelle Fuhrman gehört und wir uns genau hier zum Interview treffen. „Du musst unbedingt die Toilette sehen, bevor du gehst“, sagt sie überschwänglich.

Die Schauspielerin, die am 25. Februar ihren 20. Geburtstag feiert, trägt eine schwarze Lederhose und ein schlichtes schwarzes Shirt. Sie ist für die Feiertage in der Stadt und hat gerade die Dreharbeiten zu ihrem neuen Streifen „Down A Dark Hall“ beendet. Der Film basiert auf dem Jugendroman von Lois Duncan und wurde in Barcelona sowie auf den Kanarischen Inseln gedreht. Neben Fuhrman sind auch Newcomerinnen wie AnnaSophia Robb und Rosie Day sowie Hollywood-Größe Uma Thurman mit von der Partie. Produziert wurde er von keiner Geringeren als „Twilight“-Erfinderin Stephenie Meyer.
Für die Wahl-Kalifornierin ist es das erste Filmprojekt, in dem so viele junge Frauen involviert sind. Doch von Zickenkrieg keine Spur – eher das Gegenteil war der Fall: Respekt, Spaß, Freundschaft. „Ich hatte schon immer tolle Freundinnen, aber diese Mädels, mit denen ich am Film zusammenarbeiten durfte, sind einfach großartig.“

Isabelle Fuhrman mag noch jung sein, das macht sie aber mit Zielstrebigkeit und Ehrgeiz wett. Seit sie neun ist, arbeitet sie an ihrer Karriere. Und das zahlt sich so langsam aus. Ihr großer Durchbruch ist nur noch eine Frage der Zeit. Mit Produktionen wie „Hall“ und „Shoplifters of the World“ (ein Film über die Fans der Kult-Band The Smiths) hat sie sich in der Branche bereits einen Namen gemacht. Neben Abigail Breslin ist sie in dem Off-Broadway-Stück „All the Fine Boys“ zu sehen, welches im März in New York Premiere feiert.

In einem ihrer ersten Kinofilme hat uns die Schauspielerin mit den rabenschwarzen Haaren gehörig das Fürchten gelehrt: nämlich 2009 im Thriller „Orphan – Das Waisenkind“. Hier spielte sie neben Vera Farmiga und Peter Sarsgaard eine mordlustige Waise. Und auch wenn der Film zwar kein Kassenschlager war, unter den Fans wurde er Kult. Selbst Kritiker lobten Fuhrmans Performance. Eine Nebenrolle im ersten Teil der „Tribute von Panem“-Reihe sowie ein Kurzauftritt in der Showtime-Serie „Masters of Sex“ folgten.

  Cocktailkleid The Kooples
Es war schon immer ein Traum von mir, einmal ein Kleid von Sarah Burton für McQueen auf der MET Gala in New York zu tragen

Viele in ihrem Alter würden bei so einem Aufstieg schnell den Boden unter den Füßen verlieren. Nicht so Isabelle. Ihre Eltern, vor allem Fuhrmans Mutter, haben ihr und ihrer älteren Schwester von klein auf wichtige Werte mit auf den Weg gegeben. Allen voran Respekt. Das merke ich auch während unseres Gesprächs: Im Umgang mit den Angestellten des Sketch zeigt sich die 19-Jährige nett und zuvorkommend. Sonderbehandlungen lehnt sie höflich ab. Ich frage, ob es nicht beängstigend ist, so in der Öffentlichkeit zu stehen, nachdem zwei Mädchen am Tisch gegenüber zu uns rüber blicken und tuscheln, ob „sie es denn wirklich sei?“. Für Isabelle scheint das jedoch nichts Neues zu sein.

„Viele kennen mich aus ,Orphan’, obwohl ich damals sehr jung war und heute ganz anders aussehe“, gibt sie zu. „Ich habe mal in Spanien einen Fan getroffen. Es war verrückt, wie viel sie über mich und mein Leben wusste. Ich bin ja eher sehr zurückhaltend, was private Dinge anbelangt, doch dieser Moment hat mir die Augen geöffnet. Du merkst, wie leicht man etwas über andere in Erfahrung bringen kann.“

Wenn die Schauspielerin nicht gerade Filme dreht, findet man sie mit der Nase tief in einem Buch steckend – am liebsten liest sie dann etwas von F. Scott Fitzgerald und Truman Capote. Doch auch Mode zählt zu ihren Leidenschaften. Designer Christian Siriano, den sie mit 12 Jahren kennenlernte, nachdem sie in einem Elle-Interview von ihm schwärmte, ist mittlerweile ein enger Freund. Auf dem roten Teppich ist das italienische Label Marni ihr Favorit. Doch wenn sie sich entscheiden müsste, würde ihre Wahl auf Alexander McQueen fallen. „Es war schon immer ein Traum von mir, einmal ein Kleid von Sarah Burton für McQueen auf der MET Gala in New York zu tragen“, erzählt sie begeistert. „Viele gehen bei der MET auf Nummer sicher. Aber du kannst nicht einfach in irgendeinem Kleid auftauchen. Die Gala ist deine Chance, Spaß zu haben und mit dem Motto zu spielen.“

Während Fuhrman auf Events stilistisch gern in die Vollen geht, mag sie es abseits eher entspannt. Sie liebt Brands wie AllSaints und Diesel, und trägt alles, worin sie sich selbstbewusst fühlt. „Mein Style hängt stark von meiner Stimmung ab. An manchen Tagen fühle ich mich sehr sophisticated, dann mag ich es eleganter. An anderen Tagen darf es auch mal edgy sein“, sagt sie und führt weiter aus: „Generell ziehen mich klassische Sachen mit Twist an. Darin fühle ich mich einfach besser.“

Ortswechsel: Wir sind in New York. Es ist Januar und vergleichsweise mild. Fuhrman erscheint in grauen Jeans und schwarzer Lederjacke zu unserem Fotoshooting im Smyth Hotel in Tribeca. Sie wirkt etwas müde. Kein Wunder, sie hat einen langen Probentag hinter sich. Trotzdem freut sie sich auf den Shoot und die Styles. Ein sonnengelber Jumpsuit hat es ihr besonders angetan. Genau wie das blau-schwarze Cocktailkleid. Isabelle fühlt sich vor der Kamera wohl. Das merkt man sofort. Und egal, was der Fotograf vorschlägt – ob sich auf der Dachterrasse auf eine Box zu stellen, während der dichte New Yorker Nebel sie und ihr schwarzes Cape-Dress einschließt, oder im Nike Outfit ihre Muskeln spielen zu lassen – sie macht alles mit. Isabelle selbst ist eine leidenschaftliche Läuferin und hat bereits mit Nike für eine Kampagne zusammengearbeitet, nachdem sie 2016 an der Hood-to-Coast Staffel in Oregon teilnahm.

Das Fotoshooting verläuft gut, alle sind gut drauf und als wir zusammenpacken, umarmt Fuhrman jeden zum Abschluss und verspricht, in Kontakt zu bleiben. Mit ihrem jugendlichen Enthusiasmus und ihrer Professionalität hat sie definitiv einen bleibenden Eindruck beim Team hinterlassen.

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Mein Style hängt stark von meiner Stimmung ab. Generell ziehen mich klassische Sachen mit Twist an. Darin fühle ich mich einfach besser

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