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Julia Nobis: Das Nerd-Model

Das neue australische Model- und Medizinwunder studiert Anatomie statt Posen auf Instagram. Wie ihr das beim Modeln hilft.
© Kai Z Feng, Alvaro & Wen Colom
© Kai Z Feng, Alvaro & Wen Colom 

Nur wenige Models können von sich behaupten, dass sie sich in einem sterilen Labor so sicher fühlen wie in teurer Couture. Julia Nobis aber studiert seit ein paar Semestern erfolgreich Medizin, um Chirurgin zu werden. Damit ist sie Teil einer ganz neuen Riege an Models, die soziale Medien scheut und stattdessen auf ihre Intelligenz setzt. Ihre privaten Interessen finden ebenfalls außerhalb der Branche statt, weil sie wissen, das Modeln kein Job für die Ewigkeit ist. Julia Nobis’ Nerd-Wurzeln gehen übrigens zurück ins Jahr 2009. Damals wurde das (für Australien-untypische) blasse, blonde Mädchen an einer Bahnstation in Sydney entdeckt – in ihrer Schuluniform. Kurz darauf legte sie den knielangen Faltenrock ab und trug stattdessen Prada und Proenza Schouler (in Kampagnen-Shoots) und Alexander Wang, Tommy Hilfiger und Jason Wu (auf dem Laufsteg). Haben wir schon erwähnt, dass Julia Gitarre spielt und Rage Against the Machine hört? Unsere Diagnose: Topfrau!

© Kai Z Feng, Alvaro & Wen Colom
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Warum hast du dich entschlossen, Medizin zu studieren?

Meine ganze Familie hat einen Background in Wissenschaft und Mathematik. Ich liebe es, Probleme zu lösen. Wenn jemand krank war, fand ich es schon immer spannend, wie man das wieder hinbekommt. Der menschliche Körper ist unglaublich, und wie alles darin funktioniert. Allein Zellforschung hat mich bereits als Kind interessiert. Auch Genetik finde ich sehr faszinierend.

Welche Bücher haben dich beeindruckt?

Als letztes habe ich die Trilogie „Die Lange Erde“, „Der Lange Mars“ und „Der Lange Krieg” von Terry Pratchett und Stephen Baxter gelesen. Die Bücher fordern einen ganz schön heraus. Mit wechselnden Universen und verschiedenen Wegen, welche die Evolution hätte einschlagen können.

© Getty Images
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Hat das Studium deine Modeljobs irgendwie beeinflusst?

Ich bin viel besser im Organisieren geworden. Ich spreche mich mit meinen Agenturen in vier Ländern ab, dann plane ich meine Vorlesungen. Und wenn ich Prüfungen habe, dann sage ich: „Sorry, den Job kann ich nicht machen.“

Beschreibe deinen Stil in eigenen Worten.

Ich mag es jungenhaft und entspannt: Jeans, T-Shirt, meistens direkt das erste vom Stapel. Aber ich finde Statement-Teile wichtig. Wie Jacken oder Socken. Ich liebe coole Socken. Ich hab auch Emu-Socken.

Wie hat sich dein Stil über die Jahre entwickelt?

Von baggy zu figurbetont. Mit 15 oder 16 war ich groß und dünn. Also war alles, was ich trug, oversized. Dann kam ich zum Modeln und auf einmal machten Designer schöne Sachen in meiner Größe. Und ich dachte: Cool, diese Skinny Jeans nehme ich.

Was ist am Fashion Remix so cool?

Es ist ein Riesenspaß! Weil man seine eigenen Regeln macht.
Wenn ich Prüfungen habe, dann sage ich: ‚Sorry, den Job kann ich nicht machen'

Nicht vernarrt in Mode zu sein und gleichzeitig eine Modeikone – geht das einher?

Ich verschwende mehr Gedanken auf Mode, seitdem ich als Model arbeite. Aber Stil ist persönlich. Man kann alles tragen, solange es einen glücklich macht.


Erfahre mehr über die Kampagne hier.

Julias Look zum Nachstylen