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Dolce & Gabbana H/W 2013

Eine Frage des Glaubens
Von Mode mit dem Heiligenschein

17.12.2013 / Michelle Wenzel

Halleluja! Die Designer scheinen ein modisches Gelübde abzulegen. Ob das Madonnen-Abbild bei Givenchy oder die calvinistische Kleiderkultur bei Valentino: Der Hang zu religiöser Symbolik und ikonischen Heiligenbildern ist in dieser Saison unbestreitbar.

Segen für das Modevolk

Angeführt wird der modische Kreuzzug von keinen Geringeren als den italienischen Hohepriestern Domenico Dolce & Stefano Gabbana. Ihre Inspiration? Die Mosaiken der Sizilianischen Kathedrale von Monreale. Diese übersetzten sie zu goldenen Kleidern, die mit schwerem Kreuzschmuck und sakralen Motiven eine „romantisierte Sicht auf die katholische Kirche“ und damit ihren Ausdruck regionaler Identität widerspiegeln. Anders sieht es bei Kardinal Riccardo Tisci aus. Er bediente sich des Abbildes der Heiligen Madonna und vereinte es mit einer Prise Punk und Sex zu grafischen Sweatshirts – eine Sünde für den Klerus, ein Segen für das Modevolk. Etwas konservativer hielten es Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli für Valentino: Sie setzen auf klösterliche Looks samt Klerikerkrägen. Und auch Labels wie Alexander McQueen oder Mugler weihten ihre Kollektionen mit subversiv religiösen Referenzen.

Mode und Religion – ein Widerspruch?

Der Einfluss der Religion ist schon seit geraumer Zeit ein gern verwendetes Thema in der Modewelt. Besonders in der Haute Couture bedient man sich immer wieder sakraler Zitate, sei es um Kontroversen auszulösen, zu schockieren, Religion zu glorifizieren oder mehr Akzeptanz zu schaffen – wie etwa Jean Paul Gaultier 2007, der seine Models in dekadenten Kreationen und Heiligenschein über den Laufsteg schickte. Für den Designer war es ein Weg, die Schönheit religiöser Ikonografie auszudrücken. Doch viele Kritiker sehen in dem vermehrten Gebrauch christlicher Symbole durch die Mode eine Art Trivialisierung. Eine Entsakralisierung durch oberflächlichen Kommerz. Doch Mode ist gerade in der heutigen Zeit vor allem eins: Ein persönliches Statement oder wie Andy Warhol einst sagte, „eine Form künstlerischen Ausdrucks“. Amen!