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Lorenzo, Henne, Filou und Tilly von Abby

„Friends and Enemies“
Im Interview mit Abby

05.07.2013 / Jeannette Stegemann

  • Die vier Jungs von „Abby“, die sich selbst als „Entenfamilie“ bezeichnen, machen bereits seit 2009 Musik zusammen und heute erscheint endlich ihr lang ersehntes Debütalbum „Friends and Enemies“. Mit Ohrwürmern wie „Streets“ und „Evelyn“ im Kopf, trafen wir die beiden Band-Mitglieder Henne und Lorenzo an einem sonnigen Montagmorgen in einem Berliner Café. Sie lieferten uns hier musikalische Geheimrezepte und führten uns in die Zubereitung ihrer leckeren Techno-Rock-Speise ein. Wieso wir es dabei mit Kochen zu tun haben? Weiterlesen …

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    Abby ist eine Freundin von euch – nach ihr habt ihr auch eure Band benannt. Wir kennen Abby alle nur indirekt, über eure Songtexte, die sich komplett um sie und ihren Freundeskreis drehen …

    Lorenzo: Genau! Es geht im Groben in unseren Texten immer um Abby, Danny, Annie, Jones, Adam und Evelyn.

  • Habt ihr Abby schon mal öffentlich gezeigt?

    Henne: Nee … Lorenzo: … haben wir nicht. Das bleibt geheim. Wir gestalten das so, wie es oft bei Charakteren in Büchern ist. Also Abby, Jones und Evelyn usw. sind nur Inspirationsquellen. In unserer Musik müssen die Charaktere dann nicht immer eins zu eins der realen Person entsprechen.

    Wie kamt ihr auf die Idee, dass sich in eurer Musik alles auf Abby bezieht?

    Henne: Ja, das wissen wir gar nicht mehr so genau. Lorenzo: Wir haben irgendwann mal über sie geschrieben und es dann irgendwie dabei belassen. Unser ganzes Artwork findet auch in diesem Kontext statt. Es basiert eigentlich alles auf dem Skizzen-Buch von Abby.

    Wie war der Videodreh zu eurer neuen Single ‚Evelyn‘?

    Lorenzo: Das war fast das Lustigste, was wir je erlebt haben! Henne: Bester Tag! Lorenzo: Wir haben den ganzen Tag in der Sonne rumgehangen – hatten nichts zu tun, außer Skateboard zu fahren und Blödsinn zu machen. Henne: Das war wie 16 sein! Wirklich, wir haben nur abgehangen! Den Tag haben wir auf einer Dachterrasse in Berlin begonnen: Frühstück, Cappuccino getrunken – so geil, wie heute – (lacht) und dann ging es mit unserem Tourmanager und dem großen Bus los. Durch ganz Berlin! Wir waren überall nur skaten und sprühen.

    So jetzt kommt die ‚Augen-roll-Frage‘: Wie würdet ihr selbst euren Musik-Stil beschreiben?

    Lorenzo: (Lacht) Irgendjemand hat mal gesagt ‚Techno-Rock‘. Henne: Also unsere Musik ist klar ein Misch-Masch aus allem Möglichen. Aber wenn ich Rock höre, denk ich immer an lange Haare, Lederjacken und Metal. Das ist natürlich Quatsch. Alles, was Gitarren hat, ist irgendwie eine Form von Rock. Da wir auch elektronische Einflüsse haben: Techno! Lorenzo: Ja, wir rocken und raven halt. Wir jammen und sind Techno-Kids.

  • Was hört ihr gerade?

    Lorenzo: (Zu Henne) Ah, ich hab gesehen, dass ‚Maya Jane Coles‘ ein neues Album rausgebracht hat! Das werde ich auf jeden Fall als nächstes rauf und runter hören. Sonst hör‘ ich noch viel ‚Tame Impala‘. Und wir haben in der letzten Zeit auch viel ‚The Doors‘ gehört. Henne: Musik hören ist für uns wie kochen.

    Wie kochen? Das müsst ihr erklären!

    Henne: Naja, du gehst am Wochenende raus essen und dann bist du eine Woche später zu Hause und überlegst ‚letztens beim Inder, das war so lecker, das will ich jetzt auch mal versuchen‘. Und dann kochst du es nach und mischst neue Zutaten mit rein. So machen wir es mit der Musik auch.

    Gibt’s denn dann symbolisch einen ‚Chefkoch‘ bei euch oder gebt ihr alle zu gleichen Teilen eure ‚Zutaten‘?

    Henne: Also die Texte sind schon von Filou, unserem Sänger. Der sitzt dafür auch Wochen, Monate in seiner Kammer und brütet darüber. Das Restliche wird … Lorenzo: … komplett viergeteilt eigentlich. Henne: In bewährter, strebender Gruppenarbeit.

    Woher kommt ihr ursprünglich und seit wann seid ihr in Berlin?

    Lorenzo: Wir sind jetzt drei oder vier Jahre in Berlin. Ich komme ursprünglich aus Wiesbaden, Henne kommt aus Stuttgart, Tilly kommt aus dem Allgäu und Filou kommt aus Mannheim.

    Und Berlin ist für euch ‚the place to be‘?

    Lorenzo: Das ist so ein bisschen der Running Gag in jedem Interview, weil wir einfach die größten Berlin-Verfechter überhaupt sind. Und immer, wenn wir die Frage bekommen, wie es um Berlin steht, dann gibt’s von uns einen riesigen Schwall (lacht). Wir feiern Berlin sehr! Und wir bleiben auf jeden Fall auch erst mal hier.

  • Dieses Jahr spielt ihr auf vielen Festivals – auf welches freut ihr euch am meisten?

    Lorenzo: Wir spielen dieses Jahr auf dem Melt! und da waren wir auch generell noch nie, deswegen ist es echt cool, dass man da spielt und dann noch eine Nacht feiern kann. Ich freue mich auch auf das Wilderness Festival in England. Das sieht unfassbar cool aus – so ein bisschen wie das Appletree Garden in Deutschland, auf dem wir letztes Jahr gespielt haben. Das war echt eines der besten Festivals des letzten Jahres.

    Seid ihr eigentlich, wenn ihr nicht tourt, jeden Tag im Studio oder trefft euch zum Jammen?

    Lorenzo: Wir machen das alle schon komplett beruflich, aber wir treffen uns nicht jeden Tag. Zwar sehr oft, mehrmals die Woche, aber wir stecken auch alle noch in anderen musikalischen Projekten.

    Was macht ihr noch?

    Lorenzo: Henne und ich haben zum Beispiel ein Studio zusammen, da sind wir immer, wenn wir nicht spielen. Dort proben wir auch mit ‚Abby‘. Tilly zum Beispiel ist noch mit ‚Apparat‘ unterwegs und Filou schreibt ebenfalls noch für andere. Das ist kunterbunt bei uns.

    Und ihr liebt alle das Rampenlicht?

    Lorenzo: Ich dachte ehrlich gesagt am Anfang, als wir mit der Band gestartet sind: ‚Wer von uns mag das überhaupt so richtig'. Man hört immer von Bands, dass sie über die Jahre hinweg die Angst verloren haben. Da muss ich zustimmen! Ich kann mittlerweile stolz behaupten, dass in jedem von uns eine kleine Rampensau steckt. Henne: Ja, wusste ich auch nicht! Aber nervös sind wir trotzdem alle immer, oder? Also ich geh schon immer hoch und hab Respekt. Lorenzo: Ein halbes Set dauert es bei uns oft schon, bis wir vollends auftauen – aber dann sind wir nicht mehr zu halten meistens.

  • Ihr verbringt viel Zeit zusammen, geht man sich da irgendwann mal auf die Nerven?

    Henne: Wir sind wie so eine kleine Entenfamilie (alle lachen). Du siehst normalerweise auf einem Festival immer einen Teil von einer Band. Uns sieht man immer nur zu viert. Wir können uns eben einfach sau gut leiden! Wenn einer mal zwei Wochen weg ist, dann merkt man das schon. Weil wir, auch wenn wir privat unterwegs sind, eigentlich immer zusammen ausgehen. Ich glaub, so bleibt‘s auch – dafür machen wir das schon zu lange. Das erste Risiko haben wir schon überschritten.

    Was sind eure großen nächsten Ziele?

    Henne: Das Album! Das ist das erste große Zwischenziel. Lorenzo: Ja, am 5. Juli!

    Eine letzte Frage: Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

    Lorenzo: Ich hoffe, dass das Album einfach gut funktioniert. Und: Wir wollen unbedingt auf dem Coachella Festival spielen! Das muss sein! Oder, was auch geil wäre, wenn wir einfach mal die komplette Bestuhlung aus der Philharmonie räumen könnten und dann da ein Konzert mit Orchester spielen würden. Henne: Oh, ja! Das wär der Hammer!