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Joseph Gordon-Levitt

Joseph Gordon-Levitt
Objekt der Begierde

15.11.2013 / Jeannette Stegemann

  • „W-O-A-H! Was war das denn? Wie war das denn gemeint? Das ist ja krass", – solche und ähnliche Reaktionen löst der neue Film von und mit Joseph Gordon-Levitt „Don Jon – Nimm dein Glück selbst in die Hand" aus. Neben einer handfesten Story (Gordon-Levitt spielt den Porno-Süchtigen Jon Martello) bewies der 32-Jährige auch ein Händchen für die richtige Besetzung und holte sich Scarlett Johansson und Julianne Moore mit ins Boot, pardon Bett. Warum sich nicht nur der Film um das Objekt der Begierde dreht, sondern auch unser Leben, haben wir im Interview erfahren.

    Wie kam es zu der Idee deines Regiedebüts?

    J.G.-L: Ich wollte eine Geschichte über Liebe erzählen und ich bemerkte, dass der Liebe oftmals etwas Bestimmtes im Weg steht. Nämlich, dass Menschen dazu neigen, die anderen wie Objekte zu sehen und zu behandeln. Und diese Idealvorstellung sie in gewisser Weise bestimmt.

    Deswegen zieht Jon Martello, der wegen seiner Erfolgsquote bei Frauen Don Jon genannt wird, perfekt inszenierte Pornos realen Frauen vor?

    J. G.-L.: Genau! Ich dachte, um das Thema richtig zu treffen, sollte Don Jon ein Typ Mann sein, der zwar jede Frau haben kann, er aber trotzdem die einseitige Art der Sexualität durch Pornografie bevorzugt. Und die Hauptdarstellerin Barbara (Scarlett Johansson) sucht ja auch nur ihren Prince Charming – objektiviert also die Männer ebenfalls.

    Der Film spielt damit auch stark auf gewisse Geschlechterrollen und die entsprechenden Erwartungen an sie an …

    J.G.-L: Ja. Don Jon denkt: „Ein Mann muss so und so sein. So muss er aussehen, so muss er handeln, so muss er denken“. Er tut alles nach diesen „Vorgaben“ und stellt fest, dass ihn das nicht glücklich macht, und begibt sich anschließend auf die Suche nach dem wahren Glück. Wir lernen diese Erwartungshaltung von klein auf durch unsere Familie unsere Erziehung, durch Freunde aber auch durch unterschiedliche Medien. Vor allem durch Medien!

  • Fühlst du dich denn, als mediale Person, manchmal auch wie ein „Objekt"?

    J.G.-L: Ja, schon. Schauspieler werden in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach oftmals auf recht seltsame Art und Weise als Objekt der Begierde gesehen und dargestellt.

    War das auch Ausgangspunkt für deinen Film?

    J.G.-L: Ich denke schon, dass dieser Fakt durchaus etwas damit zu tun hat, warum ich diesen Film machen wollte. Aber das kann man nicht nur auf Schauspieler reduzieren. Jeder wird aus unterschiedlichen Gründen objektiviert, das scheint ein allgemeines Phänomen zu sein.

    Der männliche Protagonist objektiviert ja nicht nur die Frauen, sondern auch sich selbst, indem er sich sehr viele Muskeln antrainiert.

    J.G.-L: Das stimmt. All diese Auszüge aus Don Jons Leben sind Beispiele für Objektivierung. Alles erscheint wie eine Einbahnstraße: Egal, ob er in die Kirche geht, ob er bei seiner Familie oder bei seinen Freunden ist… Die Familienmitglieder reden nicht wirklich miteinander, sie reden übereinander. Und in der Kirche zieht Don Jon keinen Nutzen aus dem vermeintlichen Glauben. Er ist lediglich körperlich anwesend, nicht mit dem Geist beziehungsweise dem Herzen. Im Fitnesscenter schaut er auch nur sich selbst im Spiegel an, während er Gewichte stemmt.

    Würdest du deinen Film für ein Date empfehlen, um herauszufinden, „was geht“?

    J.G.-L: (Lacht) Ich persönlich halte es für eine schlechte Idee, bei einem ersten Date überhaupt ins Kino zu gehen! Man will doch nicht still nebeneinander sitzen, sondern die Person kennenlernen und mit ihr reden.

    Und generell?

    J.G.-L: Generell, ist es definitiv ein Date-Movie, weil der Film sexy und lustig ist und vor allem ist es ein Film, der viel Redestoff bietet. Und das will man doch, wenn man ins Kino geht. Danach hat man auf jeden Fall eine Menge interessante Sachen, über die man sich unterhalten kann oder muss.
    Es ist ein Film, der Reaktionen wie: „W-O-A-H! Was war das denn? Wie war das denn gemeint? Das ist ja krass", hervor bringt.

  • Definitiv! Ich war nach der Vorstellung total begeistert. Interessant fand ich vor allem, wie unterschiedlich jeder die Pointe des Filmes für sich interpretiert ...

    J.G.-L: Danke! Mir war wichtig zu zeigen, dass es immer äußere Einflüsse gibt, denen wir ausgesetzt sind. Wir müssen und können aber selbst entscheiden, welche wir annehmen und welche wir zurückweisen, beziehungsweise an welchem Punkt wir uns überhaupt nicht mehr davon beeinflussen lassen, sondern wieder auf unsere Intuition hören.

    Schönes Schlusswort! Vielen Dank für das Interview.
    Deutscher Kinostart von „Don Jon – Nimm dein Glück selbst in die Hand" ist der 14. November 2013.