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Leona Lewis

Interview
Leona Lewis

26.04.2013 / Das Interview führte Jeannette Stegemann

  • „Hochkarätig“ beschreibt sie vermutlich am treffendsten: Leona Lewis wollte schon immer ganz groß rauskommen, was ihr mit dem Gewinn der englischen Castingshow „X-Faktor“ vor mehr als sechs Jahren gelungen ist. Als bekennende Perfektionistin sorgt sie außerdem stets für Highlights, zu Recht finden sich also ihre Songs ganz oben in den Charts. Und, ihre Lieblingsschuhe sind – wie sollte es anders sein – High Heels! Nicht nur darüber, sondern auch über den Pop-Himmel und ihren Schutzengel haben wir mit dem Überflieger im Interview gesprochen und finden: „Thumbs up, Leona“.

    Leona, dein neues Album „Glassheart“ kam im Januar in Deutschland raus: Es ist viel frischer, progressiver und vielseitiger als das, was wir bisher von dir kennen!

    Leona Lewis: Das stimmt! Mein erstes Album ist ja nun bereits vor sechs Jahren herausgekommen und seither haben sich viele Dinge verändert. Die Zeit hat sich ja auch komplett geändert. Das Album geht definitiv mehr nach vorn.

    Ich finde es auch insgesamt sehr rund!

    Leona Lewis: Es ist auf jeden Fall mehr in sich geschlossen und konsistenter! Ich habe die meisten Songs dieses Mal auch von einem Produzenten abmischen lassen. Vermutlich – oder besser deswegen – ist es runder. Es macht Spaß, immer wieder etwas Neues auszuprobieren.

    Und das, obwohl du eine Menge Song-Kollaborationen auf deinem Album hast …

    Leona Lewis: Ich habe mir Co-Writer ins Boot geholt und wir haben zusammen geschrieben und die Songs eingespielt, genau.

  • Wie sieht es mit den Texten aus: Sind die autobiografisch? Sie sind sehr emotional.

    Leona Lewis: Teils, teils! Jeder kennt solche Situationen und hat sowas wie Trennungsschmerz bereits selbst erlebt. Dennoch ist es für jeden anders – somit sind da sowohl meine Emotionen drin, als auch die von den Künstlern, die ich mir für die Kollaborationen geholt habe.

    Was hat es in diesem Zusammenhang mit dem Titel „Glassheart“ auf sich? Ist es, weil ein oder gar dein Herz so leicht zerbrechlich ist?

    Leona Lewis: Als ich über den Titel nachgedacht habe, wollte ich schon so etwas ausdrücken, ja. Obwohl ich als Person sehr stark bin, ist mein Herz zerbrechlich. Meine früheren Alben waren irgendwie noch verletzlicher. Trotz des Titels ist „Glassheart“ aber für mich jetzt ein Symbol für mehr Stärke.

    Dein Herz wurde also nicht gebrochen?

    Leona Lewis: Nein, nein. Mir geht’s gut.

    Das freut mich zu hören. Was ist denn dein Lieblingssong auf dem Album?

    Leona Lewis: Das ist immer schwer zu beantworten. Das ändert sich eigentlich fast jede Woche! Das hängt immer irgendwie von meinen Performances ab. So richtig am Herzen liegt mir aber: „I To You“.

    Wenn du dein Album unter einem Adjektiv zusammenfassen müsstest, welches wäre das?

    Leona Lewis: (Überlegt) Hm, ich würde sagen „bittersweet“.

    Was meinst du, müssen Menschen immer erst leiden, um solche emotionalen Werke schaffen zu können?

    Leona Lewis: Naja, kommt darauf an. Gerade bei der Musik kannst du nicht nur von Dingen singen, die in den News passieren oder einfach allgemeine, belanglose Sachen. Man hat ja auch einfach den Wunsch, etwas zu transportieren. Und Leiden hilft schließlich dabei, Sachen zu verarbeiten und sie durchzustehen. Wenn ich davon singe, erreicht das Menschen, denen es ähnlich geht oder ging.

  • Das, was einen persönlich am meisten bewegt, ist dann einfach immer das, über was man dann auch schreiben und singen will.

    Was denkst du, ist – deinen Job betreffend – das, was dich am meisten herausfordert?

    Leona Lewis: (Überlegt) Hm, also die Musik und das Performen gehören für mich irgendwie so dazu, das habe ich einfach auch schon immer gemacht. Es sind die ganzen anderen Dinge, die das Leben als Künstler sonst so mit sich bringt – wie Fotoshoots und Videodrehs. Versteh mich nicht falsch, das macht alles super viel Spaß. Aber es ist eben anders und herausfordernd. Dabei kann ich auch noch so viele neue Sachen lernen und kennenlernen. Somit ist es zwar herausfordernd, aber ich bin dennoch total dankbar. Ich muss sagen, ich hab einen echt coolen Job!

    Definitiv! Aber was ist zum Beispiel mit solchen sehr unangenehmen Dingen, wie der Klatschpresse? Wenn sie über dein Liebesleben spekulieren zum Beispiel?

    Leona Lewis: Oh, ja. Das ist wirklich manchmal anstrengend. Gerade, weil die Stories oft so an den Haaren herbeigezogen sind. Aber da haben wir in der heutigen Zeit mit neuen sozialen Medien wie Twitter und Co. wirklich Glück! Eigentlich mochte ich solche Channels nie, aber jetzt habe ich sie doch schätzen gelernt. Man hat so eine Möglichkeit, auch öffentlich dazu Stellung zu nehmen. Ich kann somit direkt auf die Klatschpresse antworten.

    Das ist gut, ja. Wie sieht es denn mit Interviews aus: Magst du es, ausgefragt zu werden?

    Leona Lewis: (Lacht) Ja, das passt. Die können ja auch Spaß machen, wenn sie lustig sind!

    Apropos lustig: Denkst du wirklich, dass du ein Tier in einem früheren Leben gewesen bist?

    Leona Lewis: (Lacht) Ja, das denke ich wirklich! Ich fühle mich einfach total mit Tieren verbunden. Also wirklich verbunden! Ich weiß, die meisten Menschen mögen Tiere. Aber ich hab eine unglaublich tiefe Sympathie und Empathie für die Lebewesen.

  • Irgendwie glaube ich einfach, dass ich vielleicht ein Pferd oder Hund oder vielleicht sogar ein Delphin im früheren Leben gewesen sein muss!

    Ist das religiös bedingt? Das ist ja wie beispielsweise im buddhistischen Glauben …

    Leona Lewis: Schon irgendwie, stimmt. Also ich bin spirituell, aber nicht religiös. Ich kann meinen persönlichen Glauben keiner Religion zuordnen. Aus Erfahrung – das sorgt immer nur für Konflikte. Dann geht’s ja immer gleich nur noch darum, wer Recht und wer Unrecht hat. Mein Glauben gilt irgendwie ganz schlicht der Liebe. Und einfach positiv zu sein. Das Beste aus seinem Leben zu machen, Mitgefühl zu haben und sein Glück zu teilen.

    Meinst du, du hast einen persönlichen Schutzengel oder so etwas in der Art?

    Leona Lewis: Auf jeden Fall! Ich glaube wirklich, dass da draußen irgendwer oder irgendwas auf mich aufpasst und seine schützende Hand über mich hält. Ich war in meinem Leben schon oft in Situationen, wo ich es mir einfach nicht anders erklären konnte, als dass da jemand auf mich aufgepasst hat.

    Was für Situationen zum Beispiel?

    Leona Lewis: Ich weiß nicht, ob das jetzt doof klingt, aber ich war zum Beispiel schon bei unglaublichen Turbulenzen im Flugzeug, wo ich wirklich dachte ‚okay, jetzt passiert etwas‘. Dann ist aber doch alles gut gegangen. Oder was auch krass war: Vor zwei Jahren bin ich zum Beispiel in ein Terror-Attentat in Nigeria geraten.

    Oh mein Gott, wirklich?

    Leona Lewis: Ja, das war echt heftig. Genau vor meinem Hotel. Aber mir ist nichts passiert!

    Da hast du dann einen Schutzengel gehabt.

    Leona Lewis: Ja, anders kann ich es mir nicht erklären. Danach lebt man wieder viel bewusster.

  • Wenn du sagst, du lebst bewusster: Siehst du dich selbst als Vorbild für deine Fans?

    Leona Lewis: Irgendwie schon, ja. Wenn ich auf der Bühne stehe und die teilweise noch sehr jungen Fans vor mir sehe, dann wird mir das immer wieder bewusst.

    Deswegen auch das, was ich vorhin mit meinem spirituell-angehauchten Wesen meinte: Ich versuche durch positives Sein und Denken etwas Gutes weiterzugeben. Eben weil ich im Rampenlicht stehe, kann ich vielleicht einen positiven Einfluss auf andere haben.

    Inwiefern hat sich dein Leben verändert, seitdem du im Rampenlicht stehst?

    Leona Lewis: Es hat sich wahnsinnig verändert! Das ist fast bizarr. Ich hab seither so viel von der Welt gesehen. Ich bin so viel weiser geworden. Ich fühle mich deswegen irgendwie manchmal älter, als ich wirklich bin!

    Im Deutschen sagt man oft ‚Man ist so alt, wie man sich fühlt!‘ … Ist das in deinem Falle jetzt gut oder nicht gut?

    Leona Lewis: Das kommt darauf an. Ich fühle mich ja so, weil ich schon so viel sehen und erleben durfte. Ich musste damals schnell erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Deswegen vielleicht. Ist schwer zu beantworten …

    Du bist jetzt 27 – hast du dir dein Leben so vorgestellt, als du jung warst?

    Leona Lewis: (Überlegt) … Ich habe auf jeden Fall immer gewusst, dass ich Musik machen werde. Ich wollte immer eine international bekannte Sängerin werden.

    Darauf hast du ja eigentlich auch seit frühester Kindheit hingearbeitet. Du warst dann später zudem auf der „Music-School“ in Croyden – mit Katie Melua und Luke von „The Kooks“. Das war ja wirklich eine Kreativ-Schmiede!

    Leona Lewis: Ja, definitiv.

  • Ich hatte mal ein Interview mit Luke – ein super lustiger Typ. Ihr hattet bestimmt eine witzige Zeit zusammen!

    Leona Lewis: Au ja, da sagst du was! Das hatten wir. Er ist ein echt cooler Typ. Wir waren auch mal in einem Band-Projekt zusammen, da habe ich Piano gespielt. Und Katie ist eine gute Freundin von mir. Also wirklich verrückt, dass wir alle von der gleichen Schule kommen.

    Planst du für ein zukünftiges Album mal einen Song, bei dem du auch selbst Klavier spielst?

    Leona Lewis: Spielen und singen gleichzeitig habe ich irgendwie noch nie wirklich für mich in Betracht gezogen. Ich bin so ein Perfektionist! Deswegen will ich mich eher auf eins konzentrieren und das dann perfekt machen. Und ich finde mich zudem in Puncto Klavier nicht gut genug. Ich bin gut, aber nicht großartig.

    Noch mal zurück zum Alter: Bald wirst du 30 …

    Leona Lewis: Gott, ja (schreit)!

    … Was hast du dir bis dahin noch so vorgenommen? Die 30 ist ja immer so eine große Etappe im Leben.

    Leona Lewis: Oh, da gibt’s so viele Dinge, die ich noch machen will! Ich hab mir noch große Ziele gesteckt und habe wirklich viele Ambitionen.

    Was denn zum Beispiel?

    Leona Lewis: Zum Beispiel Schreiben. Ich schreibe total gern Kurzgeschichten. Das will ich bis dahin auf jeden Fall noch in Angriff nehmen. Ich will außerdem gern noch ins Film-Business. Ich würde gern mal Regie führen, also irgendwas hinter der Kamera – nicht als Schauspielerin. Und ich möchte gern ein Tierheim eröffnen!

  • Jetzt steht ja erst mal deine Tour an …

    Leona Lewis: Genau. Ich hab bisher ja noch nie wirklich große Konzerte außerhalb Englands gegeben. Deswegen ist das eine echt spannende neue Erfahrung für mich.

    Wenn du in der Öffentlichkeit stehst, trägst du immer Heels, ist mir aufgefallen.

    Leona Lewis: Hey, stimmt! Ich liebe Heels einfach. Ich trage meistens High-Heels. Viel häufiger als flache Schuhe. Vielleicht wegen meiner Mama, die hatte auch immer hohe Schuhe an.

    Wie groß bist du, wenn ich fragen darf – ohne Heels, natürlich!

    Leona Lewis: (Lacht) Ich bin 1,59 Meter. Das ist ja recht groß!

    Echt? Ich wollte gerade sagen, dass das ja nicht so groß ist.

    Leona Lewis: Was? (Lacht) Ich fühle mich immer so riesig.

    Hast du eigentlich einen Stylisten? Dein Stil hat sich ja in den letzten Jahren sehr verändert ...

    Leona Lewis: Ja, manchmal arbeite ich mit Stylisten zusammen. Ich finde eigentlich, dass die Mode ja immer im Wandel ist und man sich deswegen automatisch immer irgendwie auch mit der Mode verändert.

    Wie wahr. Das nehme ich als Schlusswort – auf die Veränderung!

    Leona Lewis: Au ja!

    Vielen Dank für das sehr nette Interview und ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!

    Leona Lewis: Ich danke dir!