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Oscar-Gewinner Matthew McConaughey …

Matthew McConaughey
Was für ein Goldjunge!

03.03.2014 / Laura Günther

  • Vom Image des einstigen Sunnyboys und „Sexiest Man Alive“ lassen die ersten Szenen aus dem Drama „Dallas Buyers Club“ nichts vermuten. Abgemagert, unsympathisch, grimmig – so präsentiert sich der 44-Jährige in dem Film, der die wahre Geschichte eines selbstverliebten, homophoben Cowboys erzählt, der sich zu einem mutigen und lebensbejahenden Aids-Aktivisten wandelt. Lob und Anerkennung gibt’s für die Darstellung dieser Charakterrolle von allen Seiten …

    … alle Zeichen stehen derzeit auf Gold: Goldene Kamera, Golden Globe und die Oscar-Auszeichnung als „Bester Hauptdarsteller“ – um nur wenige zu nennen. Ein Award folgt auf den anderen. Wie fühlt sich das an, genießen Sie das?

    Ja, ich kann sagen, dass ich das durchaus genieße. Ich erwarte es zwar nicht, denn ich bin nicht arrogant genug, um zu denken „Oh ja, das ist genau das, was ich jetzt verdiene“. Nein. Ich sage immer: Kopf hoch, Herz hoch! Auch, weil es das erste Mal in meinem Leben ist, dass ich so etwas erleben darf.

    Dafür haben Sie aber auch viel geleistet – vor allem sind Sie körperlich voll an Ihre Grenzen gegangen. Erschreckend, den ehemaligen „Sexiest Body Alive“ so abgemagert zu sehen. Was genau ist passiert?

    Durch den Gewichtsverlust wurde ich körperlich natürlich viel schwächer. Abwärts vom Genick habe ich an Kraft und Energie verloren, aber mein Kopf war plötzlich absolut klar und scharf. Pro Nacht kam ich mit 3 Stunden weniger Schlaf aus. Ich bin Morgen für Morgen um 4 Uhr aufgestanden, habe die Nachrichten verfolgt und unterschiedliche Variationen für die Szenen erarbeitet – egal, ob ich nachts um 2 Uhr oder abends um 9 Uhr ins Bett gegangen bin. Es war nicht so, dass meine Energie komplett verschwand, sie wanderte vielmehr vom Körper aufwärts in den Kopf. Physisch war ich im Grunde sehr müde. Ich sagte zu meinen Freunden: „Jungs kommt, jetzt habt ihr endlich die Chance beim Ringen gegen mich zu gewinnen“! Aber mental war ich voll da und hochkonzentriert.

  • Waren Sie und vor allem ihre Familie denn nicht geschockt von Ihrem Aussehen?

    Es war ja ein fortschreitender Prozess. Ich hatte ein klares Ziel vor Augen. Ich habe mir für diese Rolle zum Ziel gesetzt, mein Gewicht von 84 Kilogramm auf 66 Kilogramm zu bringen. Es war auch kein Schock für meine Familie, weil sie den Gewichtsverlust ebenfalls nach und nach mit angesehen haben. Sie waren darauf vorbereitet, dass ich stetig dünner wurde.

    Aber gesund war das Ganze ja nicht gerade?

    Es ist definitiv nicht gerade etwas, was ich weiterempfehlen würde. Aber der Körper ist viel belastbarer, als wir ihm letztlich zutrauen. Und ich war ja nicht in dem Maße ausgehungert, wie man es von Kindern in Afrika kennt. Ich habe sehr wohl Nahrung zu mir genommen – aber eben nur in winzigen Mengen. Es war unglaublich zu spüren und zu sehen, was mit meinem Körper passiert. Und vor allem die Tatsache, dass er noch funktioniert – einfach weil er funktionieren muss!

    Abgesehen von den drastischen körperlichen Veränderungen, die Sie für diesen Part auf sich genommen haben, standen Sie auch unter dem großen Druck eine real existierende Person zu spielen – was durchaus schwieriger ist, als einen fiktiven Charakter darzustellen! Wie kam es generell zum Richtungswechsel in Ihrer Rollenwahl?

    Ich habe vor ein paar Jahren, was meine Rollen angeht, eine andere Richtung eingeschlagen, weil ich eine neue Seite von mir zeigen wollte. Mir hat meine Arbeit bis dahin gefallen, verstehen Sie mich nicht falsch. Die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit hauptsächlich mit romantischen Komödien gesammelt habe, waren erfüllend und ich möchte sie nicht missen. Aber ich habe nach neuen Herausforderungen gesucht, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie mich weiter bringen und mich antreiben.

    Vielen Dank für das Interview und herzlichen Glückwunsch zum Oscar!

    Deutscher Kinostart von „Dallas Buyers Cub" war am 06. Februar 2014. Die Oscar-Verleihung fand am 02. März 2014 in Los Angeles statt. „Dallas Buyers Club“ gewann in 3 Kategorien: „Bester Hauptdarsteller“, „Bester Nebendarsteller“ und „Bestes Make-up und Frisuren“.