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Michelle Williams

Einfach magisch
Michelle Williams

12.04.2013 / Das Interview führte R. S.

  • Sie wirkt zerbrechlich. Der blonde Bubikopf verstärkt diesen Eindruck – in ihrem Blick liegt ein unruhiges Flackern. Doch Michelle Williams ist weit vom Typ des neurotischen Hollywood-Stars entfernt. Die 32-Jährige ist geradezu liebenswert freundlich. Ungeachtet der Tatsache, dass sie im Four Seasons Hotel Los Angeles einen ganzen Marathon an Interviews zu ihrem Fantasymärchen „Die fantastische Welt von Oz“ (seit 7. März im Kino) überstehen muss. Sie hat im Leben viel größere Herausforderungen gemeistert – allen voran ihre Rolle als alleinerziehende Mutter nach dem Tod Heath Ledgers.

    Sie haben früher häufig ernste Kunstdramen gedreht. Wie kamen Sie darauf, jetzt in einem so großen Special-Effekt-Spektakel wie „Die fantastische Welt von Oz“ mitzuwirken?

    Michelle Williams: Das hat nicht zuletzt mit meiner siebenjährigen Tochter Matilda zu tun. Sie kann sich den Film nun auch ansehen. Und sie hatte früher Schwierigkeiten, wenn ich für Dreharbeiten wegfahren musste. Sie mochte die Trennungen nicht. Jetzt ist sie mit meinem Beruf völlig okay. Sie war auch bei den Aufnahmen zu „Die fantastische Welt von Oz“ dabei. Und sie war begeistert, mich als gute Hexe verkleidet zu sehen.

    Ist es nicht schwierig, alleinerziehende Mutter und gleichzeitig Hollywoodstar zu sein?

    Michelle Williams: Organisatorisch betrachtet nicht. Aber ich bin vor Drehs immer ein Nervenbündel. Das darf ich natürlich nicht an ihr auslassen. Ich bekomme Hitzewallungen, mein Körper krampft sich zusammen, ich muss mich hinlegen, um mich wieder zu beruhigen. Im Alltag passiert das nie, nur wenn ich arbeite. Die Rolle, die ich jeweils spiele, fühlt sich so riesengroß an und ich bekomme richtig Angst davor.

  • Fürchten Sie denn, zu scheitern? Wie können Sie mit einem derartigen Gefühl überhaupt spielen?

    Michelle Williams: Es ist einfach die Anspannung vor der Arbeit. Wenn ich dann tatsächlich drehe, beruhige ich mich sofort. Meine Familie und meine Freunde geben mir Stabilität und halten mich auf dem Boden. Außerdem lebe ich nicht in dieser Maschinerie. Mein Wohnort ist New York und ich halte mein persönliches Leben sehr überschaubar. Der einzige Grund, warum ich einen Film mache, ist der, dass ich die Rolle unbedingt spielen will. Da lasse ich mir nichts einreden; das hasse ich. Wenn mich jemand manipulieren will, würde ich ihn sofort durchschauen. Deshalb habe ich die Kontrolle über mein Leben. Wobei es durchaus einen Punkt gab, wo ich sie hätte verlieren können.

    Wann war das?

    Michelle Williams: Ganz am zarten Anfang meiner Karriere, als ich noch keine richtigen Rollen hatte. Vielleicht hätte mich da irgendeine Verlockung in die Irre führen können, aber dann wurde ich in „Dawson’s Creek“ besetzt, und für den Dreh zur Serie ging ich nach North Carolina. Dort konnte ich ein ganz ruhiges, normales Teenagerleben führen. Als das vorbei war, zog ich nach New York, wo ich meine ganzen Freunde und viel Inspiration fand.

    Vermissen Sie etwas in Ihrem Leben?

    Michelle Williams: Ich muss zugestehen, dass ich meine Weiblichkeit ein wenig zurückgestellt habe. Ich fühle mich momentan, als wäre ich ein halber Mann geworden. Ich darf mich um meine Tochter kümmern, ihr Abendessen machen und sie ins Bett bringen und gleichzeitig hinaus in die Welt gehen und den Lebensunterhalt verdienen. Aber das ist mir immer noch lieber als die Zeiten, wo die Frauen nicht emanzipiert waren. Ich finde es im Prinzip gut, dass sich die Grenzen zwischen den Geschlechtern verschoben haben. Frauen sind männlicher geworden und ein Mann darf sich jetzt auch einen fettfreien Soja-Latte-Kaffee bestellen.

  • Sie haben ja mal Marylin Monroe gespielt. Nehmen wir an, Sie könnten auch so ein Sexsymbol sein, das unzählige Männer fasziniert. Würden Sie sich das wünschen?

    Michelle Williams: Ich habe nur einen Wunsch: Ich möchte einen einzigen Mann faszinieren. Und das ein ganzes Leben lang.