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Christopher von Deylen alias Schiller

Schiller:
Die Suche nach dem perfekten Klang

30.08.2013 / Jeannette Stegemann

  • Musikalisch den Kitsch-Äquator umschiffen und trotzdem pinke Socken tragen, bunt sein, aber in seinen Songs nie den roten Faden verlieren – das alles schafft Christopher von Deylen mit seinem Einmann-Projekt Schiller. Die meisten kennen ihn durch Songs wie „Dream Of You“ oder „Ein schöner Tag“. Heute erscheint sein neues Album „OPUS“, für das er sich wieder bedeutsame Gastmusiker ins Boot geholt hat und in dem er gekonnt Klassik mit seinen gewohnten elektronischen Klängen zu verbinden schafft – stets auf der Suche nach der perfekten Melodie.

    Wie kommt es, dass du erst jetzt – nach so vielen Jahren, die du bereits im Musik- Geschäft bist – der Klassik ein ganzes Album widmest?

    Christopher von Deylen: Ich habe das schon ein paar Mal ausprobiert – wie beispielsweise mit dem Song „Ein schöner Tag“, der mittlerweile eine der erfolgreichsten Schiller-Singles ist. Diesmal wollte ich nun ein Album aufnehmen, welches in Gänze von klassischer Musik inspiriert ist. Diese beiden Welten passen ja sehr gut zusammen. Man muss allerdings darauf achten, den Kitsch-Äquator zu umschiffen. Ich möchte die klassische Musik auf der einen Seite mit Neugier und Respekt behandeln, gleichzeitig aber auch in einen anderen Klangkosmos entführen, in dem sie ihre Wirkung entfalten kann.

    Die Wirkung kann sich dabei ja sogar noch stärker entfalten!

    Christopher von Deylen: Genau. Ich habe versucht, die Emotionalität der Kompositionen zu steigern.

    Wie lange hast du für die Produktion deines Albums gebraucht?

    Christopher von Deylen: Ein halbes Jahr. Was relativ kurz ist – wobei ich sagen muss, dass das Komponieren und Texten bei einem neuen Album normalerweise ein sehr zeitintensiver Prozess ist. Diese Phase fiel bei „OPUS“ etwas kürzer aus, weil ich mich teilweise an bestehenden Kompositionen orientieren konnte.

  • Und wie kam es, dass du erst jetzt etwas mit Klassik machst?

    Christopher von Deylen: Durch Zufall war es bisher immer so, dass ich ziemlich genau alle zwei Jahre ein neues Album zustande brachte. Diesmal wollte ich nun ein reines Instrumental-Album machen. Die dynamische Natur der Klassik, die der elektronischen Klangwelt sehr ähnlich ist, hat mir dabei geholfen. So ergab sich ein sehr harmonisches Ganzes.

    Was transportierst du mit deinem Album?

    Christopher von Deylen: Der Zuhörer kann sich durch die Klänge treiben lassen, wodurch dann hoffentlich ein individueller und inspirierender Film im Kopf entsteht. Dabei treibt mich stets die Suche nach dem perfekten Klang an.

    Und wenn du ihn gefunden hast?

    Christopher Deylen: Ja, eigentlich müsste ich dann aufhören (lacht). Aber ich bin relativ beruhigt, denn das haben schon unglaublich viele Künstler vor mir – die noch viel mehr Talent haben als ich – versucht und haben es auch nicht geschafft. Daher ist es vollkommen in Ordnung, wenn ich den perfekten Klang nie finden werde. Alleine die Suche danach ist ein spannender Traum.

    Wie viele Stunden verbringst du am Tag mit Kopfhörern auf den Ohren?

    Christopher von Deylen: (Lacht) Irgendetwas zwischen Null und 18.

    Kaffee neutralisiert Düfte – was machst du, um deine Ohren zu neutralisieren?

    Christopher Deylen: Gute Frage. (Überlegt) Natürlich ist es hilfreich, erst einmal gar keine Musik zu hören.

  • Gibt es denn Tage ohne Musik?

    Christopher von Deylen: Ja, klar! Aber die kündigen sich nicht an. Ich wache nicht auf und beschließe: ‚So, heute gibt es keine Musik‘. Das merke ich dann erst abends: ‚Ach schau mal, heute war es ja sehr ruhig ...‘ Die Stille neutralisiert mich. Musik hören natürlich eher nicht – weil ich einfach immer viel zu genau hinhöre. Darüber hinaus gehe ich gerne ins Kino.

    Ich muss dich jetzt einfach drauf ansprechen, weil sie mir die ganze Zeit schon ins Auge stechen – du trägst knallpinke Socken!

    Christopher von Deylen: Ich habe, um es ganz ehrlich zu sagen, gar keine Ahnung, was gerade angesagt ist. Die Farbe gefällt mir aber sehr.

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    Christopher von Deylen: Ist das so? Das trage ich schon seit vier oder fünf Jahren. Aber Pink ist neu.

    Diese Schuhe sind aber auch einfach die bequemsten, die es gibt.

    Christopher von Deylen: Ich habe sie eigentlich nur nach der Farbe ausgesucht (lacht). Ich liebe bunte Farben und ich sehe nicht ein, warum man, nur weil man über 40 ist, in überwiegend gedeckten Tönen aus dem Haus gehen sollte.

    Finde ich sehr gut. In diesem Sinne: Auf eine bunte Tour!

    Christopher von Deylen: (Lacht) Danke!

    Du hast dir ja viel vorgenommen, wenn man sich mal deine Tourdaten anschaut ... Jeden Tag live spielen – von September bis November!

    Christopher von Deylen: In der Tat! Ein Freund von mir hat mich schon gefragt, ob ein Arzt auf die Tour mitkäme (lacht). Eine meiner letzten Touren umfasste 29 Konzerte – das war schon viel. Jetzt steigern wir uns. Trotzdem steht jedes einzelne Konzert im Fokus, und man muss mit seinen Kräften gut haushalten können und wollen.

  • Das ist schon eine Herausforderung ...

    Christopher von Deylen: Auf jeden Fall. Ich find es übrigens ausgesprochen interessant, dass Zalando auch Interviews macht.

    Ja, finde ich auch!

    Christopher von Deylen: Und Mode macht dir Spaß?

    Oh ja! Mode und Lifestyle ist für mich, wie für dich die Musik vermute ich mal ...

    Christopher von Deylen: Ich wünsche dir viel Erfolg damit.

    Danke. Selbiges wünsche ich dir!