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Sofi de la Torre

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Sofi de la Torre

11.10.2013 / Steffen Hilsendegen

  • Intim, sanft, sexy: Auf ihrer neuen EP „Closer“ covert Sofi de la Torre Songs von Pink, John Legend & Co. Ein akustisches Meisterstück! Wir trafen die charmante Newcomerin aus Las Palmas natürlich nicht irgendwo: Die 23-Jährige stattete den heiligen Zalando-Hallen einen Besuch ab und erzählte, dass Heimweh überall aufkommt – egal, ob sie im Hipster-Paradies Berlin oder in der Vintage-Hauptstadt London unterwegs ist. Eine Runde Fashion-Talk inklusive.

    Songs verschiedenster Musiker hast du interpretiert und ihnen ein neues Klang-Kostüm verpasst. Was gefällt dir an diesen Künstlern besonders?

    Sofi de la Torre: Pink hat definitiv die beste weibliche Stimme. Ich liebe sie. Chris Brown ist ein großartiger Songwriter. Persönlich mag ich ihn nicht wirklich, aber musikalisch auf jeden Fall. Miguel ist exzentrisch. Er produziert Popsongs mit einem Twist. Von John Legend habe ich „Tonight“ gecovert. Die Melodie ist wunderschön. Ach, und dann hauchte ich noch dem 80s-Klassiker „I touch myself“ von den The Divinyls neues Leben ein.

    Der ist ziemlich provokativ …

    Sofi de la Torre: Exakt. Das war der springende Punkt. Wir haben Songs ausgewählt, die einen sexy Vibe versprühen. Diese Seite von mir habe ich bislang nicht gezeigt. Zuvor veröffentlichte ich den Song „Faster“, von dem alle dachten, er sei ein Sex-Song – war er aber nicht. Also überlegten wir uns: Wenn die Leute etwas wollen, das sexy ist, dann bekommen sie es. Und die EP ist sehr sexy (lacht).

    Wie beschreibst du den Sound der neuen Lieder?

    Sofi de la Torre: Alles klingt intim und nah – so als stünde ich beim Singen direkt neben dir. Die Songs sind sehr akustisch und meine Stimme steht im Fokus. Sanft und relaxt.

  • Du hast bereits deinen Hit „Faster“ erwähnt, der im Kinofilm „Rubinrot“ gespielt wurde. Du singst „It´s gotta be faster, harder, a better version of me. Gotta be crazy, sexy, louder, edgy … a bigger version of me”. Hast du jemals nach einer „besseren Version“ von dir gesucht?

    Sofi de la Torre: Nein, das nicht wirklich. Alle hatte nur immer ein Konzept von mir ihm Kopf, wie ich sein sollte. Auch der Filmregisseur sagte: „Lass den Song doch eher so und so klingen“. Für mich war es vielmehr ein Protest-Song. Ich habe mir zwar angehört, was er wollte. Es war auch okay für mich, dass es tanzbar sein sollte. Aber in die Lyrics habe ich mir natürlich nicht reinreden lassen. Für mich ist „Faster“ eine Art Rebellion.

    „Faster“ ist auf deinem Debut-Album „Mine“ zu hören, das in London aufgenommen wurde. Das war sicherlich spannend …

    Sofi de la Torre: Ich habe fast zwei Jahre dort gelebt und Medienkommunikation studiert. Meinen Manager und den Produzenten habe ich da kennengelernt. Ich war zu jener Zeit sehr in meine Musik vertieft. London ist toll, aber ich hatte natürlich ein bisschen Heimweh. Das habe ich jedoch überall.

    War dir der große alternative Hype in London manchmal zu extrem?

    Sofi de la Torre: Nun, in Berlin ist es heftiger. Hier ist das Hipster-Paradies. In London herrscht eher dieses Vintage-Kunst-Ding. Egal, ob hier oder dort: Die Geschäftigkeit in Großstädten verwirrt mich immer. Ich komme aus Gran Canaria, quasi aus der Wüste. Da ist weniger buntes Treiben. Solange ich immer mal wieder zurück kann, bin ich glücklich.

    Neben dem Songwriting kümmerst du dich um das Artwork deiner Platten. Du hast also gerne Einfluss auf verschiedene kreative Ebenen.

    Sofi de la Torre: Ich ein kleiner Kontrollfreak und möchte in allen Bereichen involviert sein. Grafik-Design liegt mir sehr. Da ich mich selbst am besten verstehe, will ich auch dafür verantwortlich sein. Ich werde etwas „bitchy“, wenn sich andere darum kümmern und ich betonen muss: „Nein, das muss aber so sein!“ Auch beim Video zu meiner ersten Single „Heartbeat“ habe ich Regie geführt. Ich finde es schwierig, immer zu erklären, was ich meine. Abgesehen von komplizierten technischen Sachen will ich alles selbst machen. (lacht)

  • Woraus schöpfst du deine Inspiration?

    Sofi de la Torre: Aus persönlichen Erfahrungen oder Ereignissen, die Menschen aus meinem näheren Umfeld erlebten. Es hängt natürlich auch ganz davon ab, wo ich mich zu welcher Zeit gerade befinde. London, Berlin, Las Palmas – überall schreibe ich auf andere Weise Lieder. Hauptsächlich kommen die Ideen, wenn ich in meinem Zimmer bin, ganz alleine.

    Auf dem Album „Mine“ hast du mit vielen bekannten Songwritern zusammengearbeitet, zum Beispiel Nicolas Frisk von A Camp und Pete Vettese, der schon für Annie Lennox und Dido Welthits kreierte. Wie fühlte sich das an?

    Sofi de la Torre: Am Anfang ist es komisch, weil man die Leute nicht kennt und dennoch seine Gefühle – wenn auch nur textlich – mit ihnen teilt. Aber es lief dennoch sehr gut. Alle haben mich herzlich empfangen. Ich war nicht einmal nervös, weil Nicolas eine solche Ruhe ausstrahlte. Letztendlich hat es sich natürlich angefühlt.

    Jetzt ist es Zeit für eine Runde Fashion-Talk. Was ist dein Lieblingsstück im Kleiderschrank?

    Sofi de la Torre: Ich habe eine Schwäche für Skinny Jeans. In dieser Beziehung bin ich buchstäblich ein Freak. Wenn ich mein Blut fließen fühle, ist die Hose nicht eng genug (lacht). Röhrenjeans sind die Basis eines jeden Outfits. Mit ihnen kann ich alles kombinieren, beispielsweise weite Tops, lässige Boots und eine Leder-Jacke für einen Hauch Rock’n’Roll-Feeling.

    Welche Männer haben den besten Style?

    Sofi de la Torre: Miguel, von dem einen Song für die EP coverte, hat einen unglaublichen Sinn für Stil. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Aber er kann alles tragen und sieht wie ein Superstar aus. Generell muss ich sagen, mag ich es eher, wenn der Look nicht zu bemüht wirkt. Lady Gaga mit ihrem Fleisch-Kostüm geht zum Beispiel überhaupt nicht. Weniger ist definitiv mehr. An Männern gefallen mir ebenfalls Skinny Jeans am besten. Dazu Sneakers mit Leo-Print und ein Basic-Shirt in Grau, fertig!

  • Was würdest du tun, wenn du keine Sängerin geworden wärst?

    Sofi de la Torre: Sicherlich etwas mit Medien. Ich könnte es mir nicht vorstellen, einen Office-Job auszuüben, in dem man sich nicht kreativ ausleben kann. Ich mag Grafik-Design und das Schneiden von Videos. In diese Richtung würde es wohl gehen. Moderation ist auch ein spannendes Feld. Ich rede gerne und albere viel herum. Das würde sehr gut zu mir passen – sowohl im Radio oder TV. Aber ich will natürlich Musikerin bleiben.

    Ist es in dieser schnelllebigen Musikbranche schwierig, Freundschaften zu pflegen?

    Sofi de la Torre: Nicht wirklich. So viel bin ich noch nicht unterwegs. In den Sommerferien oder zu Weihnachten bin ich auf jeden Fall immer in meiner Heimat und kann alle besuchen. Bisher habe ich durch meinen Job noch keine Freunde verloren. Aber man muss schon aufpassen. Die Musikindustrie ist zuweilen sehr falsch, voller Faker. Ich bin froh, dass ich einen sehr aufrichtigen und authentischen Manager gefunden habe.

    Du gibst im Oktober auch einige Konzerte in Deutschland? Was ist das Besondere am Tour-Leben?

    Sofi de la Torre: Schrecklich sind die ewig langen Autofahrten, wenn man nur Süßkram isst. Man hat nicht mal Hunger, stopft aber ständig Schokolade in sich rein, damit die Zeit schneller vergeht. Trotzdem ist es großartig, dass Leute von Stadt zu Stadt ziehen, um mich live zu sehen. Ich bin sehr privilegiert und dankbar, dass ich oft verreisen darf. Es macht riesigen Spaß, mit meinem Manager, Tontechniker und Gitarristen unterwegs zu sein.